AUSSTELLUNGEN

Aktuell

FR., 15.8. - SO., 24.8., SKULPTURENAUSSTELLUNG "EIGENART"


"EIGENART" - AUSSTELLUNG MIT SKULPTUREN, PLASTIKEN, INSTALLATIONEN
VON 6 KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLERN IN ST. SEBASTIANUS,
FRECHEN-KÖNIGSDORF, AACHENER STR. 562.
Ausstellungsdauer: Fr., 15.8. bis So., 24.8. 2014

Ansprache zur Eröffnung

Wer diesen Kirchenraum lange nicht oder noch nie betreten hat, wird von dem grandiosen Raumerlebnis überrascht sein, gesteigert noch nach dem Herausnehmen der Bänke, von der überwältigenden Pracht und Vielfalt der Farben und Dekorationselemente, die diese neugotische Kirche vom Ende des 19. Jahrhunderts einer originalgetreuen Restaurierung vor gut 30 Jahren verdankt. Wer durch das Portal tritt, dessen Blick wird erst gebannt, dann lässt man den Blick schweifen, kann sich nicht satt trinken an den vielen Einzelheiten. Architektur und Ausstattung des Kirchenraums sind nicht ästhetischer Selbstzweck, sondern dienen der Erhebung der gläubigen Seelen - ad maiorem dei gloriam. Heute und in diesen Ausstellungstagen ist St. Sebastianus, die Kirche, die schon zum Kultur- und Meditationsraum geworden ist, zu einem Kunstraum geworden. Geht denn das zusammen?
Sie ist kein moderner Ausstellungsraum, sondern das genaue Gegenteil des von den meisten Ausstellern geschätzten "white cube". Wir haben daher für diese Ausstellung Künstlerinnen und Künstler angesprochen, die ausdrucksstarke, konzeptionell klare Arbeiten geschaffen haben, deren Eigenart ist, sich auch in reizstarken öffentlichen Umräumen behaupten zu können, um wahrgenommen zu werden.
Über das Erhabene in der Kunst, über ihre Beziehung zur Religion ist viel philosophiert worden. Mich persönlich spricht Kunst dann besonders an, wenn sie mich auf einer sinnlichen Ebene in ihren Bann zieht, wenn sie mich über meine Alltagswirklichkeit hinausführt und Bezüge zu übersinnlichen, transzendenten Ebenen herstellt.
Für mich ist dies in den sechs hier ausgewählten Positionen der Fall. Die eindrücklichen Arbeiten sind daher gerade in dem ausdrucksstarken Raum gut aufgehoben, sie setzen sich zu ihm in eine Spannung, treten in einen Dialog ein.
Ich möchte Ihnen ein paar einführende Worte mit auf den Weg Ihrer Betrachtung geben.

WERNER BITZIGEIO (Winterspelt/Eifel):


Sie haben die halbtransparenten, aus tausenden Drahtstücken zusammengesetzten Kugeln auf der Wiesenfläche vor der Kirche gesehen. Es sind Kugeln, es sind aber auch wieder keine, denn hier durchdringen sich Körper und Raum, so dass die Schwere des Materials aufgehoben erscheint. Der Künstler arbeitet gerne mit unverkennbar industriellen Materialien: Moniereisen und Eisendraht, die zu Gitterstrukturen verschweißt werden, die das Licht durchlassen. Die Zeit hinterlässt ihre Spuren und lässt die Oberflächen korrodieren, verwandelt anorganisches Material in scheinbar organisches. Er arbeitet mit dickem rundem Kupferdraht, der wie zu einem überdimensionalen Atommodell rund gewickelt und verschweißt wurde, sowie mit INOX-Eisendraht, der zu kantigen, unregelmäßig verdrehten und geknickten, lebendigen Stelen gewickelt wurde. Die stillen, in sich ruhenden Arbeiten laden zu einer meditativen Betrachtung ein.

WOLFGANG BOUS (KÖLN)


In seinen neuen Arbeiten, die aus Gasbeton montiert und nach eigenen Rezepturen mit seinem eingefärbten Kalkzementputz versehen sind, hat der Künstler die Serie seiner architektonischen Reliefarbeiten aus Spanplatten und Sperrholz weiterentwickelt. Schlanke oder auch kompakte Quader werden aufeinandergeschichtet oder auch rechtwinklig überkreuzt, in einer Formensprache, die auf eine Reihe selbst entwickelter Regeln und Formrepertoires zurückgreift. Den Arbeiten liegen Versuchsreihen mit Modellen zugrunde, aus denen sich eine körperliche Komposition entwickelt, die von allen Seiten unterschiedliche Charakteristiken aufweist. Die Kompositionen überraschen beim Umschreiten mit neuen Perspektiven, Durchbrüchen, Durchblicken, wie Menschenwesen, die einem den Rücken oder die einladende Vorderseite zuwenden.

HERBERT HÖCKY (REMAGEN)


Herbert Höcky kann als ein spielerischer Purist unter den Bildhauern gelten. Seine aus geometrischen Grundformen zusammengesetzten abstrakten Figuren greifen klassische Formen auf: Pyramide, Rhombus, Würfel, sind mit großer Präzision gefertigt. Wir sehen hier drei weiß gefasste Holzplastiken, quasi Modelle für größere Aluminiumarbeiten für die Außenaufstellung, die eine weiße Pulverbeschichtung erhalten. In der Kombination klassischer Formelemente entsteht Neues, Unerwartetes, kleine Störungen der erwarteten Form rufen humorvolle Effekte hervor. Die Plastiken, die aus winkelförmigen Elementen bestehen, sind nicht fest verschraubt, sondern lassen sich zu immer neuen Formen zusammensetzen.

ANGELIKA KISSING (Frechen)


Angelika Kissing, bekannt als Keramikerin und Malerin, zeigt in ihrer Installation "gesammelt und gesichtet" 37 Kuben mit der Kantenlänge 19 cm. Einige sind wie ein noch im Entstehen begriffener Aufbau auf dem Boden gestapelt, zwei sind zu bis zu 180 cm hohen Stelen aufgetürmt. In einem über Jahre entwickelten Umdruck- und Bemalungsverfahren hat sie, ausgehend von Fotos, meist aus ihrem eigenen Leben, jeden dieser Würfel mit Bildern und Texten versehen, in denen sich Geschichten kristallisieren. Die Würfel laden zum Betrachten und Lesen ein, wobei die Erzählungen über das spezifisch Biografische hinausgehen und im Betrachter eigene Erinnerungen wecken.

CHRISTOF KNAPP (Gummersbach)


Christof Knapp schneidet dreidimensionale Skulpturen aus massiven Blöcken unterschiedlicher Holzarten. Sie bestehen aus Harthölzern wie Robinie oder Eiche, aus Linde, Pappel oder auch aus industriell vorgefertigten Multiplex- oder MDF-Platten, die er auch zu größeren Materialblöcken verleimt und skulptural bearbeitet. Es entstehen Skulpturenserien mit sehr unterschiedlichen plastisch-räumlichen Qualitäten. Knapp schafft Skulpturen, die nicht nur einzeln ihre Wirkung entfalten. Sie können auch zu Ensembles und Rauminstallationen untereinander kombiniert werden. Der Künstler spielt - in den Regalen im rechten Querhaus - auch mit der Zeichenhaftigkeit unserer Alltagsumgebung. Ins Auge fallen die neongelben Figurelemente auf dem Boden, in einem Doppelkreis angeordnet. Sie sind keine erdachten Phantasiefiguren, sondern greifen exakt Grundrisselemente der Kirche St. Sebastianus auf. Sie können sich durch einen Vergleich mit den Grundrisskopien davon überzeugen.

ULRIKE OETER (Rösrath)


Ulrike Oeter ist für ihre Installationen aus gebrauchten textilen Materialien bekannt, die Spuren sichern, in entlegene ethnografische Bereiche vorstoßen, die archetypische und religiöse Symbole und Geschichten miteinander in Verbindung bringen. Die Arbeiten rühren mit ihren subtilen und unterschwellig wirkenden Assoziationen im Betrachter an eigene Tiefenschichten, bewegen die Phantasie, machen nachdenklich, wirken irritierend und gelegentlich verstörend. Die Installation "Prozession" greift in mit den schwebenden Figurinen aus weißen Kleidern auf längst abgelegt scheinende, auch eigene Erinnerungen zurück. Die alten Materialien, originale Festkleidreste, Papier und Spitze, sind auf seltsame Weise kombiniert mit Widerborstigem, Widersprüchlichem, zu Formen und Assoziationen, die Menschenschicksale und Rituale verschiedener Kulturkreise anklingen lassen.

Ich danke allen Künstlern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, danke dem Rhein-Erft-Kreis und der Kirchengemeinde, die wir als Kunstverein Frechen gerne weiterhin bei der Ausgestaltung dieses Raumes zu einem Kunstraum unterstützen, und wünsche Ihnen eindrückliche Kunsterlebnisse.

Helmut Kesberg

Kunstverein Frechen, 15.8. 2014


Rückblick


Kontraste Plakat

 

„KONTRASTE" – AUSSTELLUNG des KUNSTVEREINS FRECHEN

im INTEGRATIVEN BEGEGNUNGSZENTRUM DER GOLD-KRAEMER-STIFTUNG,   KIRCHE ALT ST. ULRICH, Frechen-Buschbell, 15.6. - 5.7. 2014

 

EINFÜHRUNG von Helmut Kesberg

Begrüßung,
mit dieser Ausstellung ist der Kunstverein Frechen ein kleines Wagnis eingegangen. Noch nie haben wir auf den ersten Blick  so gegensätzliche Positionen in einer Ausstellung zusammengeführt. Die drei Künstler, die ich herzlich begrüße - vertreten in ihrem Genre prononcierte Positionen und haben sich damit in der Kunstöffentlichkeit einen Namen gemacht:

  • die ungegenständlichen Farbklangbilder von Burghard Müller-Dannhausen aus Koblenz,  die ganz aus dem Zusammenspiel von Farben leben,  scheinbar streng in der Form und doch heiter in der Anmutung, 
  • die neobarocke, phantastische Traummalerei von Marina Sailer aus Düsseldorf, die in Farben, Formen und Lichteffekten schwelgt
  • und der Materialrealismus der Skulpturen von Mirko Tschauner aus Köln, der derbes, nüchternes Alltagsmaterial  kraftvoll und sensibel bearbeitet und ihm damit eine unerwartete Poesie entlockt.

 

Burghard Müller-Dannhausen

Seine Arbeiten zählen zu den zu den markantesten Positionen der ungegenständlichen Kunst in Deutschland heute.  Er versteht seine Arbeiten als einen Dialog mit dem Raum, den er,  so auch hier,  vorher auf sich wirken lässt und in akribischer Weise analysiert.  Seine Bilder lassen so eine Art Raum-Installation entstehen.  Große Projekte sind so von ihm realisiert worden, wie Anfang des Jahres eine 180 m lange Wandmalerei, 7 m hoch, in der zentralen Kommunikationsmagistrale des Rems-Murr-Klinikums in Winnenden. Sie bringt den Menschen, die täglich dort entlanggehen, im Rhythmus ihres Schrittes ungewöhnliche  Farberfahrungen.  Eine weitere Installation sehen Sie hier in der Apsis - sie wurde nur für diesen Raum, nur für diese Ausstellung geschaffen.
Burghard Müller-Dannhausen geht es vorrangig um Farbe und Licht, dabei bedient  er sich eines Formenvorrats  konkret-konstruktiver Elemente.  
Wo auf den ersten Blick  Welten zwischen beiden Malerei-Positionen zu liegen scheinen, ergeben sich doch  bei näherer Überlegung einige Berührungspunkte.  Beide Maler erschaffen mit ihren Bildern einen imaginären Bildraum. Bei Marina Sailer wird der Bildraum durch Form, Zeichnung, Farbe,  durch erzählerische Elemente als realer Architekturraum simuliert, bei Müller-Dannhausen ist es ein ungegenständlicher Farbraum.

Beim ersten Hinschauen ging es mir so, dass ich Farbstreifen, Dreiecke, Rechtecke, Trapeze, jedenfalls geometrische Formen wahrnahm und auf den zweiten Blick erst die Klänge, Spannungen, Harmonien aus zwei, drei, vier Farben in diesen Bildern, denen eine so starke suggestive Kraft innewohnt, dass man sich gar nicht mehr losreißen mag.  Ich war daher überrascht zu hören, dass es dem Künstler auf diese geometrischen Formen gar nicht ankommt, vielmehr auf die Farbklänge und den Bildraum, den sie schaffen. Man sieht zuerst nur, was man in seinem inneren Bildspeicher abgespeichert hat und wonach man sucht, und das sind bei mir zuvorderst die Formen und dann erst die Farben. Müller-Dannhausen erschafft mit seinen Bildern einen imaginären Farbraum. Jeder dieser Farbräume löst in unserer Phantasie andere sinnliche Erfahrungen, Stimmungen, Assoziationen, Erinnerungen aus.  Versuchen Sie es selbst, setzen Sie sich einmal 5 lange Minuten vor eines dieser Bilder, das Sie am stärksten anspricht und lassen Sie sich darauf ein, setzen Sie sich ihm aus.

Der Künstler hat sich auch als analysierender Betrachter in der Kunstgeschichte gründlich umgesehen und kennt die Positionen  anderer Koloristen.  Die Frage, ob der Farbe oder der Linie der Vorrang gebührt, löste im 16. Jahrhundert zwischen Venedig, dort herrschten die Koloristen, und Florenz einen erbitterten Streit aus.  Natürlich setzte sich Mükller-Dannhausen auch mit den Kollegen Mondrian, De Kooning,  Rothko, Scully auseinander.  Ihm kommt es darauf an, Farbwirkungen zu erzielen, mit seinen Farb-Raum-Bildern  in uns als Betrachtern imaginäre Tiefenräume aufzuschließen.  Seine Bilder sind philosophische Bilder, die uns existenziell berühren wollen - und dies auch tun, wenn wir uns darauf einlassen. Farbe und Licht - das sind die für ihn entscheidenden Kategorien, und wenn man diese weiter ausdifferenziert, kommt man zu den Aspekten Farbwert, Farbintensität, Helligkeit. An welcher Stelle, im Zusammenklang mit welcher benachbarten Fläche kommt die Farbe vor?  Wie oft wiederholt sie sich, in welchem Rhythmus, in welcher Ausdehnung? 
Auf die haptischen Qualitäten eines individuellen Pinselstrichs, auf Strukturen, pastose Oberflächen, auf Farbnuancen, die sich durch Vermischung mit nass in nass gemalten unteren Schichten ergeben könnten, wie etwa bei dem Farbstreifen-Kollegen Sean Scully, kommt es Müller-Dannhausen nicht an.  Er will keine Spuren hinterlassen, die von der Farbe an sich ablenken.
Er beginnt seine Bilderfindung immer mit der Farbwahl.  Als gründlicher Organisator seiner eigenen Prozesse hat er viele Farbtöne - auf Papier -  als fertige Mischungen vorbereitet. Zwei Farbtöne werden kombiniert. Die Konstellation hält eine Stimmung, eine Emotion fest, an die sich der Künstler erinnert und die ihn vielleicht schon lange begleitet. Wenn der gewählte Farbklang das Gefühl nicht trifft, wird neu probiert. Analytisch, rational geht er dabei vor,  konzentriert sich nicht auf die einzelne Farbe, sondern auf die Farbbeziehungen. Er greift auf alle Farben zurück, die ihm zur Verfügung stehen, alle denkbaren Farbwerte, intensive ebenso wie „gedeckte“ Farben.
Diese Überprüfung der Farbzusammenstellung braucht Zeit, oft mehrere Wochen. Eine dritte Farbe kommt hinzu, eine vierte, wodurch sich alles weiter kompliziert. Wenn er mit der Farbstimmung zufrieden ist,  werden die Farben auf Papier neu gemischt, aus ihnen werden Entwurfscollagen hergestellt. Von der ersten Farbwahl bis zur Ausführung können drei Jahre vergehen.  Bei dieser Arbeitsweise entstehen natürlich Dutzende Bilder parallel. Pro Jahr sind etwa 100 bis 150 Bildentwürfe in Arbeit, von denen vielleicht ein Drittel ausgeführt wird.

Das vielleicht bekannteste Zitat von Bruce Nauman über Künstler ist: "Der wahre Künstler hilft der Welt durch das Enthüllen mystischer Wahrheiten”.  Ich denke, er trifft damit ziemlich gut, worum es auch Müller-Dannhausen geht.  Der sagt selbst, dass es ihm um das Andere jenseits der Fakten geht, das man nur andeutungsweise beschreiben kann mit der Emotion, mit der Erinnerung an ganz bestimmte sinnliche Erfahrungen, Erlebnisse, Melodien, Gerüche,  wie sie der Lichteinfall durch diese schönen Meistermann-Fenster und das Farbenlichtspiel hier an der Wand sein könnten,  schließlich die komplexe Erinnerung selbst, nicht die Erinnerung des Malers, sondern vielmehr die Erinnerung, die er bei den Betrachtern weckt. 

 

Marina Sailer

Die Malerei  von Marina Sailer (Düsseldorf) schwelgt in kräftigen, aber modulierten und nuancierten Farben, mit denen sie ihre neobarocken, phantastischen Rauminszenierungen gestaltet.  Vor funkelnden Kronleuchtern, spiegelndem Glas, üppigen Rankenmustern schweben in morbiden Palästen Fische, Schmetterlinge oder auch Elfenwesen wie in Träumen vorbei. Die märchenhaft mysteriösen Bilder entfalten eine Sogwirkung, der man sich als Betrachter gerne hingibt.
Die 1970 in Witebsk (Weißrussland) geborene, nach Studium in Karlsruhe und Düsseldorf  in Düsseldorf lebende Künstlerin bringt auf ihren Bildern Wesen und Gegenstände in skurrilen Kombinationen zusammen.   Unser Gehirn ist unter Hochdruck damit beschäftigt,  dieses Zusammentreffen scheinbar unzusammentreffender Objekte rational zu erklären. Fische schwimmen dort zwischen Wasserpflanzen inmitten eines Innenraums mit dem historischen Interieur des 19. Jahrhunderts, in dem sich Äffchen tummeln und durch den  mädchenhafte Feengestalten  schweben, halbtransparent,  dass man sie für Traumgestalten halten könnte.  Daneben bevölkern Tauben, Schwäne und verschiedene exotische Vögel, Katzen, Schmetterlinge und Möpse ihre Bilder. Ihre Innenräume sind angefüllt mit Postermöbeln, Stühlen, Betten, Kissen, üppigen  floralen Stoffen, Teppichen,  Kleiderständern, Lampen, Treppenhäusern mit reich verzierten Geländern.
Reales, das unseren Erwartungen nicht zuwiderläuft, und Fiktionales werden miteinander verknüpft zu einem heterogenen, gleichwohl harmonisch verbundenen Konglomerat. 

Inmitten dieses plüschigen Interieurs räkelt sich eine zarte Frauengestalt auf einem Sessel, wie eine modere Variante von  Gainsboroughs Porträts  vor dem versammelten Besitz.
In mehreren Bildern wendet sich die Malerin Landschaftsszenen zu.  Wie durch eine magische Kraft werden wir in das Bild hineingezogen. Die suggestive Wirkung wird unterstützt durch die Rückenfiguren, ein typisch romantisches Motiv. Meist sind es junge Mädchen, die sich, wiederum allein,  offenbar im Wald verirrt haben, auch dies ein romantisches Literaturmotiv, und vor einem Weg oder einer Lichtung innehalten und sich wie die Betrachter von einem magischen Licht bezaubern lassen.
Sowohl die Interieurbilder wie auch die geheimnisvollen Landschaften nehmen uns gefangen mit ihren Lichteffekten, einem flirrenden Licht, mit Glanzpunkten auf Kronleuchterkristallen, auf Seifenblasen und zwischen Waldesgeäst.
Die Bilder versetzen uns mit den von ihnen erzählten rätselhaften Geschichten in eine geheimnisvolle Stimmung, Bilder, die aus ganz subjektiven Erinnerungen, Erlebnissen, Erfahrungen und Träumen  leben.  Vergeblich sucht man nach den konventionellen Symbolen der Malerei, bis man sich mit der Vorstellung einer individuellen, undechiffrierbaren Hermetik abfindet.  Die Bilder scheinen für die Künstlerin Phantasiereisen zu sein, in denen sie ihre Freiheitsvorstellungen auslebt. Sie leben aus der Emotionalität der Künstlerin heraus. Aus Bruchstücken ihrer eigenen Erinnerung, ihrer Gedankenwelt und ihrer Phantasie erschafft sie wie auf einer Bühne eine phantastische Wirklichkeit.  Mit Recht hat man ihre Malerei auf die frühromantische  Kunsttheorie bezogen, etwa auf das Novalis-Fragment: „In unserem Gemüt ist alles auf die eigenste, gefälligste und lebendigste Weise verknüpft. Die fremdesten Dinge kommen durch Einen Ort, Eine Zeit, Eine seltsame Ähnlichkeit, einen Irrtum, irgend einen Zufall zusammen. So entstehen wunderliche Einheiten und eigentümliche Verknüpfungen.“ Wie die Frühromantiker erkennt auch Marina Sailer der Phantasie und Intuition die Macht zu, uns den "geheimnisvollen Weg nach Innen" (Novalis, Blütenstaub-Fragmente) zu führen.
Jenseits der abgebildeten Realität erfreut uns auch ihre Malweise. Marina Sailer beherrscht alle Register der effektvollen Illusionsmalerei. Da gibt es sehr realistische, genau gemalte Einzelheiten, wie z.B. ihr Selbstporträt in "Pariser Zeit", fein gemalte  grau-braun-violette Verläufe, im gleichen Bild aber auch harte Farb- und Helligkeitskontraste  und Lineaturen in einem neongrellen Türkisgrün, wie modern kalkulierte Störungen.  Wir finden impressionistisch anmutende Farbtupfer  und luminaristische Lichtflecke, die in unserer Wahrnehmung zu einem flirrenden Waldblumengewoge verschmelzen. Wie Sternenstaub sprüht sie eine Wolke von Glanzlichtern über den Luftraum des großbürgerlichen Salons. 
Auch für Marina Sailer hat Farbe viel mit Emotionen zu tun, auch sie könnte an den frühen Ideen von Schlegel, Schiller, Novalis orientiert sein,  die den Künstler und den Dichter  mit der magischen Fähigkeit begabt sehen, uns als Betrachter auf den Weg nach Innen zu führen.  Mehr Bezugspunkte als Kontraste also ?

 

Mirko Tschauner

Aus dieser romantischen Träumerei reißt uns Mirko Tschauner (Köln) heraus. Er nennt seine bildhauerischen Arbeiten selbst „materialbezogenen Realismus“, denn er verwendet nicht nur „klassische“ Bildhauermaterialien wie Marmor und Granit - auch die beherrscht der gelernte Steinmetz und  spätere Meisterschüler an der Düsseldorfer Akademie bei Prof. Kiechol perfekt - , sondern bevorzugt auch solche, wie man sie im Baustoffhandel findet: Pflastersteine, Terrazzoplatten, Moniereisen. Diese prosaischen, scheinbar  nicht kunstwürdigen Materialien, die uns alltäglich im öffentlichen Raum begegnen, entreißt er ihrem ursprünglichen Verwendungszusammenhang und schafft mit ihnen etwas Neues, Unerwartetes.

»Die Oberflächen des täglichen Lebens«, wie der Künstler sie nennt,  finden sich auch in der hier ausgestellten Frechener Arbeit, die sich, nicht sofort als künstlerisch gestaltete Skulptur erkennbar, an die gemauerte Wand aus Feldbrandsteinen links des Eingangs zur Kirche Alt St. Ulrich legt.  Die ca. 6 cm dicken Platten, zu Polygonen aus einem mit Ornamentbändern gestalteten Terrazzoboden herausgeschnitten, sehen aus wie Puzzleteile, die von Handwerkern zur späteren Verwendung abgestellt wurden. Venezianische Terrazzospezialisten in St. Ulrich? Wollen die den Boden  des Gemeindeanbaus zu einem Palazzoboden umgestalten? 
Die schichtförmige Anlehnung von Platten an eine feste Basis mag der Künstler beim Betrachten von Sperrmüllhaufen gewonnen haben. Auf den zweiten Blick überrascht die handwerklich aufwendige Bearbeitung der Steinintarsien und der Schnittkanten ebenso wie die intellektuelle Durchdringung unserer Alltagserfahrung, die von immer wieder kehrenden Materialien bestimmt ist.   Das Terrazzopuzzle, das gerade fertig wurde und hier erstmals gezeigt wird,  fügt sich zu dem vorhandenen Mauerabschnitt, die Wand gehört ja zum Anbau, der gerade mal 40 Jahre alt ist und der die alte Feldbrandsteinwand der Kirche imitiert,   mit seinen unhistorischen funktionalen Zutaten, wie dem Lüftungsgitter, dem Briefkasten und dem Standaschenbecher neben der Tür zu einem neuen Ensemble, das uns die materiellen Spuren verschiedener Zeiten neu sehen lehrt. Nicht der Anschein eines Kunstobjekts in einer normalen Ausstellung soll hier entstehen, also kein Sockel, kein Schildchen neben dem Objekt.  Seitdem diese Terrazzoplatten hier stehen, sehe ich auch das Betonpflaster im Eingangsbereich mit anderen Augen. 

Die Skulpturen von Mirko Tschauner bearbeiten bekannte Materialien, wie  Waschbeton, Kalksandstein, Granit, Moniereisen, Terrazzoboden, mit Trennscheibe, Säge und Schleifmaschine und fügen sie  zu ungewohnten geometrischen Formen neu zusammen. Aber diese verfremdeten Formen machen sich selbständig, gehorchen nicht mehr unserem Funktionalismus.  Wie die makellos gemauerte Kalksandsteinwand, die sich wie zum Schlaf an eine Hauswand anlehnt. Wie die grundsolide Treppe aus hartem schwarzem Granit, die wie unter einer Last einknickt und in die Schräge abrutscht. Das Material ist uns aus jedem Baumarktprospekt vertraut,  aber die Ausflüge ins Unvertraute lassen uns nachdenken über die Beschränktheit unseres eingeschliffenen marktgerechten Funktionen- und Formrepertoires, das uns vorgibt, dass ein Parkplatzknochenpflasterstein immer nur horizontal verlegt wird.  So schneidet Mirko Tschauner  z.B. Flächen, die mit dem typischen knochenförmigen Parkplatzkunststein belegt sind, wie ein Stück Holz auf Gehrung und formt daraus eine dreikantige Säule, eine sakral anmutende Stele aus so ungewohntem prosaischen Material,  dass man sich die Augen reibt. Tschauner greift sich das, was wir auf unseren alltäglichen Streifzügen sehen, all das Konventionelle, fest Zugeordnete und bearbeitet es in einer ungewohnten Weise, reißt uns so aus unseren Gewohnheiten heraus. 

Was kann man eigentlich von einem Künstler mehr erwarten, als dass er uns aus unseren vertrauten Sehgewohnheiten herausreißt,  Bekanntes neu kombiniert und unseren Horizont  neu zu utopischem Denken aufbricht? Hiervon könnten wir gerne noch mehr sehen.  Neugierig geworden durch die Terrazzo-Polygone und das Foto der Skulptur mit den Flusssteinen in einem Korb aus Monierstahl vor einer bunten Ziegelmauer, werden wir  Ihre Arbeiten gerne weiter verfolgen.

Nachdem mich  vor ein paar Monaten unsere Kühnheit, gerade diese drei Künstler  an diesem Ort zusammenzuführen, fast schon erschreckt hat,  sehe ich nun, welche wechselseitigen Bezüge sich hier auftun und wie sie uns alle dazu führen, die Koordinaten unserer Wahrnehmung zu erweitern.  

 

©Helmut Kesberg,
Kunstverein Frechen, 15.6. 2014

 


Rückblick


   
Bilder von der Vernissage

Ansprache zur Eröffnung

der Mitgliederausstellung des Kunstvereins Frechen am 26.1. 2014

Herzlich willkommen zu dieser vierten Mitgliederausstellung des Frechener Kunstvereins seit dem Beginn dieser neuen Art von Gemeinschaftsunternehmen im Jahre 2008. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass "Das Spannbettuch – zwischen Realität und Traum" nicht nur für den Kunstverein der bisher ungewöhnlichste Ausstellungstitel ist, sondern dass dieser Titel unter den vielen ungewöhnlichen, abgedrehten, ja schrägen Titeln, die uns heutzutage begegnen, sicher einen der vorderen Preise verdient hätte.
Künstlerfreunde und Bekannte, die ich mit diesem Titel konfrontierte, legten den Kopf auf die Seite, zogen die Stirn in Falten und blinzelten mich lächelnd an, als sei mit mir etwas nicht in Ordnung. "Zwischen Realität und Traum" - von dieser Klammer lassen sich ja viele Inhalte und viele künstlerische Positionen einrahmen – eine poetische Formulierung, die viele Assoziationen freisetzt. Durch den Obertitel "Das Spannbettuch", ob mit 2 oder mit 3 "t" wird dem assoziativ Schwebenden ein prosaisches Gegengewicht vor die Nase gesetzt, eine Störung, an der man sich erst abarbeiten muss.
Genau dieser inhärente Widerspruch, diese Spannung zwischen assoziativ Poetischem und handfest prosaisch Materiellem, macht diesen Ausstellungstitel so außergewöhnlich. Titel und Konzept der Ausstellung wurden auf mehreren Treffen des Künstlerstammtisches entwickelt, beraten und abgestimmt, mit großer Mehrheit übrigens. Nach drei Mitgliederausstellungen, die einmal mit den 50x50er Sockeln und zweimal mit dem Meter-mal-Meter-Quadrat formale Rahmenbedingungen setzten, stellte diesmal die thematische Vorgabe eine Herausforderung dar. Nahezu alle ausgestellten Werke wurden eigens für diese Ausstellung konzipiert, jede Künstlerin, jeder Künstler setzte sich auf seine Weise, aus der je eigenen Gedankenwelt, den eigenen biografischen Erfahrungen, mit der eigenen künstlerischen Sprache mit diesem spannenden Thema auseinander.
"Seitdem das Spannbetttuch in den 70ern erfunden wurde, ist die Zahl derjenigen, die ein Spannbetttuch dem einfachen Laken vorziehen stetig gestiegen. Vorbei sind die Zeiten, wo man die Ränder des Bettlakens mühevoll unter die Matratze klemmen musste. Das Spannbetttuch mit seinem Gummirand braucht einfach nur über die Ecken der Matratze gezogen werden und schon sitzt es faltenfrei. Wenn Sie morgens aufwachen, liegt das Spannbetttuch immer noch glatt und straff auf der Matratze. Egal wie unruhig Ihr Schlaf war. Das klassische Bettlaken hätte sich wahrscheinlich in ein Knäuel verwandelt."

Diese bis in existenzielle Tiefen vordringende Laudatio auf das Spannbettuch stammt von einem der großen Hersteller dieses fortschrittlichen Heimtextils. Keine Verknäuelung mehr! Also gerade die reizvolle stoffliche Eigenschaft, geradezu Faltengebirge aufzutürmen, faltige Würste sich vom Bett auf den Teppich herunterräkeln zu lassen, welche den Malern vor allem des 18. und 19. Jahrhunderts erlaubte, ihre technische Souveränität in der illusionistischen Darstellung des Faltenwurfes zu demonstrieren, die soll dank des Lycra-Anteils heute ein für allemal vorbei sein?

Gottseidank nicht, das können wir hier sehen. In unserer Ausstellung gibt es eine ganze Reihe von Werken, welche die Themenstellung wörtlich nehmen und entweder ein reales Bettlaken als Objekt inszenieren, so legt sich in der kunstvoll drapierten "Maskerade" ein Bettuch über ein Haupt. Beim "Bettuch a.D." muss ein halbtransparentes Laken als Vorhang herhalten und lässt und mehr ent- als verbergend eine intime Szene ahnen. Ein weiteres Mal wird ein Leintuch mit Fäden in einen Rahmen eingespannt wie auf einem Folterbett, bei näherem Hinsehen glauben wir zwischen den Falten Abdrücke einer Gestalt zu erkennen, eine moderne Version des Turiner Grabtuches? Ich weiß nicht, wer in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts reale Bettücher erstmals in Bilder eingebracht hat, sieht man einmal von den armen Künstlern ab, die auf alten grundierten Bettlaken malten. Vielleicht war Robert Rauschenberg mit seinem Objekt "Bed" von 1955, in dem er ein Bettuch mit abstrakter Malerei collagierte, einer der ersten.

Andere hier ausgestellte Werke sind nicht mit dem Bettlaken an sich zufrieden, sie rücken das Gespanntwerden des Stoffes in den Mittelpunkt. So in den "Loop" genannten faltigen Leistenumwicklungen in Feuerrot und Dschungelgrün aus der Reihe "Spannwerk" oder in den übereinandergeschichteten und verspachtelten Stoffausschnitten mit dem Titel "ausgeträumt".

Kommen wir zu den Werken, die den Faltenwurf virtuos in Szene setzen und sich und uns am sinnlichen Spiel der durch Licht und Schatten modulierten Oberfläche erfreuen. Wer wache Fotografenaugen hat, erkennt blitzartig die Chance des Augenblicks, die ihm die Sonne auf dem Faltenwurf einer weißen Landwirtschaftsfolie, gespannt über einen Stapel Heuballen auf einem Hof in Dansweiler, bietet: ist der Faltenwurf nicht mindestens so poetisch wie der eines durchwühlten Bettes, ist der verhüllte Heuballen nicht mindestens so majestätisch wie der hundertmal größere verhüllte Reichstag? Das Abbild des Großen im Kleinen zu finden, ist das nicht eine Aufgabe der Kunst?

Natürlich haftet dem Betttuch dank seiner Eigenschaft, in einen engen Kontakt mit dem menschlichen Körper zu treten und dies über 6 bis 8 Stunden der Nacht, ein Leben lang, akkumuliert eine weit länger währende Berührung als die einer/eines Geliebten, etwas Intimes an. Da öffnen sich ganze Assoziationsketten: Wunschträume, Alpträume, Lustträume, frivole Erlebnisse, Krankheit, Schmerz, Leiden und Tod, nichts Menschliches scheint dem Bettuch fremd zu sein.

Natürlich nutzten die Meister der stofflichen Oberflächengestaltung im 18. Jahrhundert, wie Chardin, den Satinglanz eines Bettuches für sinnlich-haptische Effekte. Boucher malte Mitte des 18. Jh. die damals vierzehnjährige Louise O-Murphy, spätere Mätresse Ludwigs XV., nackt, bäuchlings, auf ihrem zerknüllten Bettlaken. Dabei ist der Stoff so delikat behandelt, das man nicht mehr weiß, soll man jetzt auf das Mädchen schauen oder auf das Laken? Das ist also das Bildsujet, das seit dem 18. Jahrhundert traditionsbildend wurde, ein Katalog des Wallraf-Richartz-Museums spricht von diesem Bild als vom "ersten Pin-up-Girl". Eine ganze Reihe von Rokoko-Künstlern bis letztlich zu den Künstlern der Pariser oberen wie Halbweltgesellschaft Manet, Toulouse-Lautrec, Degas im 19. Jahrhundert, spielten mit der Assoziation an diese Bildikonen: entblößte Schenkel auf zerwühltem Bettuch. Die sich ins Vorderhirn hineinwühlende frivole Phantasie wird aber gleich wieder konterkariert durch einen kühlen Materialismus, mit dem eben das Bettuch als corpus delicti, als Aufnahmeboden menschlicher Ausschwitzungen und –scheidungen dargestellt wird. Nichts ist dem mehr heilig, dem sich das Bettuch in seiner radikalen Körperlichkeit zu erkennen gibt, wie dem klassischen Bösewicht Franz von Moor in den "Räubern", der im Betttuch mechanistisch den potenziellen Auslöser menschlicher Triebe sieht: "Hängt nicht das Dasein der meisten Menschen mehrentheils an der Hitze eines Juliusmittags, oder am anziehenden Anblick eines Betttuchs, oder an der waagrechten Lage einer schlafenden Ku¨chengrazie, oder an einem ausgelöschten Licht?..." (Räuber, IV, 1).

Gemessen an den wüsten Phantasien des bösen Franz sind die Anspielungen in den hiesigen Bettbildern nach durchschlafener Nacht verhältnismäßig dezent. Eine zarte schlanke Frau wendet sich, auf dem keusch glatten Betttuch sitzend, dem durch die geöffneten Fensterläden eindringenden warmen Morgenlicht zu. Oder die nachdenklich ins Helle blickende Rückenfigur in "Auf der Schwelle", zu deren Füßen man noch das Bettuch ahnen mag, das sie hinter sich lässt. Auf einem anderen, das zum Greifen nah gemalte Plumeau ist zum Auslüften ordnungsgemäß zurückgeschlagen, spornt lediglich ein Paar im halbdunklen Hintergrund liegender roter Handschuhe, aus Satin oder vielleicht gar Latex?, uns zu abgründigen Phantasien an.
Die erotische Dimension des Bettes steht in dieser Ausstellung nun wirklich nicht im Vordergrund, genausowenig wie die von Krankheit und Tod. Am stärksten scheinen die hier gezeigten Werke noch Träume und Erinnerungen aus den Falten des Bettuches zu destillieren.

Schade eigentlich, dass in neuerer Zeit das Bett nur selten Spielort für Menschen und Szenen wird, wie bei Lucian Freud und Eric Fischl. Es verwundert daher nicht, wie intensiv der Dialog mit klassischen Ikonen der Bildverrätselung gepflegt wird, wie z.B. in dem künstlichen hopperschen Innenraum in "Wartende in Luxuria". Neben der gesichtslos Wartenden quillt ein plastisch gemaltes Laken aus dem Mahagonibett. Oder die fröhliche, Manet zitierende Picknickgruppe auf dem gelben Bettuch im Park, vor der gerade eine verhärmte Frau eine Mülltonne durchwühlt.

Neben den Gemälden fallen weitere Fotografien auf, die auf sehr malerische Weise, mit Hilfe von spiegelnden Fensterscheiben, das Thema Realität und Traum angehen, so im "Herbsttraum" und im Bild Nr. "100". Und auch eine ganze Reihe von Plastiken und keramischen Objekten umkreisen auf ihre Weise assoziativ Schlaf, Traum und Bett. Zwei gequetschte Gummiwärmflaschen aus Keramik erinnern an die Kälte eines ungeheizten Schlafzimmers. Ein sich wie eine Blüte öffnendes Gefäß wird auf seiner Oberfläche umspannt von zwei Gestalten, die sich sehnsuchtsvoll die Hände entgegenstrecken. Auf dem Gewand eines Torsos überlappen sich in den Ton eingebrannte Fotos mit Erinnerungen, wie Traumfetzen, die an einem Nachthemd hängengeblieben sind. Ungewöhnlich auch ein Schriftbild, in dem hundertfach das Wort TRÄUMEN in einer unruhigen Nacht aufgeschrieben wurde, Zeile für Zeile, wie meditierend, oder der von unguten Träumen wie von einer Schraubzwinge gequälte keramische Kopf. Die ebenmäßige antikisierte Frauenfigur aus Ton, mit einem in Falten gelegten Umhang, deren Bezeichnung "Pompeii" auf das tödliche Überraschtwerden im Schlaf hindeutet.

Viele Mischtechniken sind darunter, so die Fotografie eines Bettuches im Künstleratelier, über die Spiegelstückchen wie Traumvögel huschen. Wie in einem Deutschlehrertraum schweben zarte Schiffchen über eine Meeresbucht, die in zwei Teile getrennt ist, eine mit der alten Schreibweise "Bettuch" mit 2 "t", in der anderen herrscht das "Betttuch" mit 3 "t". Wie ein Betttuch bedecken die spaßig bunten, aber gefährlichen Plastikmüllpartikel unsere Ozeane, eine Bedrohung, auf die ein aus über 10.000 Acrylstalagmiten computergesteuert gespritztes Objekt aufmerksam macht. Ich konnte nicht alle 34 Werke erwähnen und unterließ es auch, ihre Urheber zu benennen, aber ich hoffe, ich konnte etwas von meiner Begeisterung über die Vielfalt von inhaltlichen Bezügen und ihrer künstlerischen Umsetzung mitteilen, die in diesen Werken erkennbar wird.

Zum Schluss möchte ich allen Künstlerinnen und Künstlern danken für den Mut, für die Lust und den Arbeitseifer, mit denen sie sich auf diese Herausforderung eingelassen haben, und den Organisatorinnen und Organisatoren des Vorbereitungskomitees, die geschickt die schwierige Aufgabe bewältigt haben, sehr unterschiedliche Werke in eine spannende Beziehung zu setzen.

"Veredelt mit Aloe vera und Seidenproteinen. Sitzt faltenfrei auf jeder Matratze. Wenn Sie Allergiker sind, verwenden Sie am besten ein Bio-Spannbetttuch, welches ungebleicht und ungefärbt ist." Einen besseren Wunsch kann man eigentlich Künstlern wie Betrachtern nicht auf den Weg geben. Und die Erkenntnis, dass der Satz "Das klassische Bettlaken hätte sich wahrscheinlich in ein Knäuel verwandelt." nur halb stimmt, denn auch das Spannbettuch verwandelt sich in Knäuel, je nachdem was man mit ihm macht, wie das ganze Leben sich in ein Knäuel verwandeln kann, je nachdem wie man es ansieht. Ich wünsche den Künstlerinnen und Künstlern viele aufgewühlte, verknäuelte Gespräche über Ihre Werke!

Helmut Kesberg, 26.1. 2014





Do., 16.5.–Do., 13. 6. 2013: Ausstellungssammlung Gerd Steinmetzer



"OSTEUROPÄISCHE UND SÜDOSTEUROPÄISCHE KUNST" ist der Titel der Ausstellung,
die ausgewählte Werke aus der Sammlung von Gerd Steinmetzer zeigt. Gerd Steinmetzer, einer der wichtigsten Gestalter der Frechener Kulturszene seit der Nachkriegszeit, Gründer der Frechener Volkshochschule und langjähriger Direktor der VHS Köln-Land, organisierte für die Volkshochschule dutzende Reisen in alle Länder
Europas, sogar bis nach Japan und in die Sowjetunion. Seit über 60 Jahren sammelt
Gerd Steinmetzer Kunst, schwerpunktmäßig zuerst keramische Kunst, von Bartmannskrügen bis zur modernen Keramik, bald danach auch Malerei, Grafik und Skulptur. Die besondere Wertschätzung Russlands, aus seinen Kriegserlebnissen herrührend, ließ ihn 1964 die "Gesellschaft zur Förderung der kulturellen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion" gründen. Dreißig Reisen führten ihn in alle Teile des Landes, dabei knüpfte er Kontakte zu vielen osteuropäischen Künstlern. Daraus entstand eine Sammlung, die von der Ikonenmalerei bis zur modernen osteuropäischen Kunst reichte. In Kooperation mit dem Stadtarchiv Frechen.
Eröffnung am Do., 16.5., 19 Uhr im Stadtarchiv Frechen, Alte Marienschule, Hauptstraße 110-112.



VERA KATTLER (Saarbrücken) : Malerei und Zeichnung
THOMAS PETER (Köln): Farbholzschnitt und Objekte

Vera Kattler aus Saarbrücken präsentiert Tierbilder, wie sie bisher noch nicht gezeigt worden sind. In einer subtilen Farbmodulationstechnik hat sie Serien von monströsen hamsterartigen Gestalten entwickelt. Wenn wir in ihre schwarzen Augen blicken, schleichen sich Neugier und ein wenig Unbehagen über die Unergründlichkeit ihres Blickes ein, wir wissen nicht recht: sollen wir schmunzeln und sie streicheln oder müssen wir uns erschrecken?  In Vera Kattlers Bildern geht es um die Präsenz des Anderen, um das spürbare Dasein des Einzelwesens, dessen Identität nicht klar zu bestimmen ist. 

Thomas Peter arbeitet seit vielen Jahren als Druckgrafiker in Köln-Höhenhaus.  Für seine Arbeiten – zusammen mit Volker Altrichter – erhielt er 1996 den zweiten Preis der Internationalen Grafik-Triennale Frechen. In seinen Farbholzschnitten thematisiert er die Unendlichkeit der Natur, wie sie sich in den gekräuselten Wellen einer Wasseroberfläche oder in den Überlagerungen von Zweigen und Ästen eines urwaldartigen Gestrüpps zeigt. Durch raffinierte Farbkombinationen in transparenten und deckenden Drucktechniken erreichen seine Drucke eine suggestive Tiefe.  Daneben zeigt Thomas Peter phantastische und komische Silikonobjekte.

ERÖFFNUNG der Ausstellung AM FREITAG, 18. MAI 2012, 19 UHR
IM KUNSTVEREIN FRECHEN     AUSSTELLUNGSDAUER: 18. MAI - 3. JUNI 2012
ÖFFNUNGSZEITEN: MI-SO UND FEIERTAGS, 15-18 UHR. EINTRITT FREI

 

Kunst im Quadrat 2012

 

Malerei der vierköpfigen Künstlergruppe: Elizabeth Weckes, Matthias Brock, Min Clara Kim, Hugo Boguslawski,
Begegnungszentrum der Gold-Kraemer-Stiftung, Alt St. Ulrich, Frechen-Buschbell
22. September- 3. Oktober 2010


Bilder von der Eröffnung


Bilder von der Eröffnung



40 Künstlerinnen und Künstler stellen „Kunst im Quadrat“ aus.

 

Die Künstlerinnen und Künstler, alle Mitglied im Kunstverein zu Frechen, stellen ihre Arbeiten aus unter dem Titel „Kunst im Quadrat“. Dieser Titel verweist auf die spezielle Konzeption der Ausstellung. Jeder Künstlerin, jedem Künstler steht eine Fläche von einem Quadratmeter bzw. eine quadratische Säule zur Verfügung, um die Arbeiten zu präsentieren.

So werden durch diese besondere Struktur die ganz unterschiedlichen Positionen des künstlerischen Schaffens umso deutlicher. Auch stellt natürlich die Festlegung auf ein äußeres Format eine besondere Herausforderung an die künstlerische Arbeit dar.

Der Betrachter darf gespannt sein auf ein weites Spektrum von Zeichnung und Malerei über Grafik, Skulptur und Objekt bis hin zur Fotografie.

Die Künstler

Angelika Ahrens  -  Malerei Angelika Kissing  -  Skulptur
Hardy Biermann  -  Malerei Helga Klußmann  -  Malerei
Anne Bölling-Ahrens  -  Fotografie, Malerei Michael Krüger  -  Malerei
Uschca Calles  -  Keramik Virginia Linnemann  -  Malerei
Edith Dahm  -  Malerei Anja Metelmann  -  Fotografie
Utta Decker  -  Malerei Leopold Peer  -  Malerei
Dietrun Heide Diels  -  Keramik Gabriele Pier  -  Malerei
Alexa Eggers  -  Malerei Sabine Puschmann-Diegel  -  Keramik
Maria de Fatima Hoffmann  -  Malerei Brigitte Reinert  -  Zeichnung
Ursel Fischermann  -  Malerei Roswith Ritterbach  -  Objekt
Hanni Fonger  -  Malerei Regine Schirmer  -  Malerei
Letitia Gaba  -  Malerei Angelika Schneeberger  -  Malerei
Monika Gimborn-Jochum  -  Objekt Theresia Schüppel  -  Malerei
Annette und Martin Goretzki  -  Fotografie Maria Segschneider  -  Malerei
Sybille Henning  -  Malerei Karola Stix  -  Malerei
Annette Jach  -  Malerei Gisela Tschauner  -  Objekt
Thomas Kalläwe  -  Malerei Elisabeth Vix  -  Keramik
Brigitte Kempers  -  Fotografie Günter Weidner   -  Malerei
Johanna Kempers-Walth  -  Aquarell Bele Wolf-Calles  -  Zeichnung
Rebecca Kim  -  Fotografie

Pressestimmen:

Kölner Stadtanzeiger Kölnische Rundschau


Fotos von der Eröffnung

AUSSTELLUNG "WEITERGEHEN"
GISELA TSCHAUNER

Gisela Tschauner
Plakatabb.:
con spirito, 2009
90 x 120 cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Ausstellungsdauer:
13. September - 04. Oktober 2009
Ort:
Alte Kirche, Buschbell


Wir danken für die freundliche Unterstützung:
Gold-Kraemer-Stiftung
GVG - Ihr Erdgas
Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln
Schloemer Gruppe Düren


Das Schaffen Gisela Tschauners befindet sich in stetiger Bewegung. Es gibt Unterströmungen und Verästelungen, Entwicklungen laufen parallel und fließen vielleicht irgendwann wieder zusammen. Zwar bleibt ihre Handschrift unverkennbar, aber eine zwischen den verschiedenen Techniken und Gattungen oszillierende Arbeitsweise bestimmt geradezu ihren Stil. Mühelos wechselt sie von der Grafik zur Malerei und zurück, verbindet beide Bereiche in ein und demselben Werk, dringt mit ihrer Vorliebe für Grobstoffliches wie Sand, dicken Lack oder Teer ins Reliefhafte vor, sattelt die Fläche mit Hilfe eincollagierter Folien, Gaze, Naturmaterialien ins Dreidimensionale auf, macht aber auch hier noch nicht halt, sondern setzt diese verdichteten Materialien zu Objekten zusammen und vollzieht schließlich noch den letzten Schritt, indem sie mit mehrteiligen Installationen in den Raum hineingeht.

Brigitte Tschauner - Schriftfragment
Schriftfragment, 2008
90 x 80 cm, Mischtechnik auf Leinwand


Für Gisela Tschauner fügt sich eins zum anderen in einem experimentellen Arbeitsprozess, dem sie sich mit allen Sinnen öffnet. Erste spontane Setzungen werden malerisch oder grafisch umkreist, manchmal hervorgehoben, akzentuiert oder auch im Gegenteil übermalt, überformt, bis die unteren Schichten nur noch sacht durchscheinen. Sie bleiben präsent als Spur dessen, was bereits vergangen ist. Die Schichtungen versinnbildlichen einen Wachstumsprozess, der in seiner zeitlichen Dimension nachvollziehbar ist. Das Hier und Jetzt wird als historischer Moment verortet. Häufig sorgen Ritzungen und Verletzungen dafür, dass die unteren Schichten wieder nach oben kommen, als ob sie sich auf Dauer nicht bändigen ließen. Zwischen dem Bildträger – Leinwand, Stoff, Folie usw. – und dem Malmittel – Acryl, wasserlösliche Ölfarbe, Tusche, Lack, Stifte – werden neue Verbindungen und Bezüge erprobt und wieder fallengelassen. Ist eine tragfähige substanzielle Bildlichkeit hergestellt und das Werk abgeschlossen, trägt es schon den Keim für das nächste und weitere Werke in sich. Daher ist das Arbeiten in Serien nur folgerichtig: Teilweise über Jahre hinweg entstehen so zusammenhängende Zyklen, deren Vitalität sich aus dem Kontinuum des schöpferischen Akts erklärt.

Gisela Tschauner - Chanson
Chanson
Buchobjekt, ca. 60 x 30 cm


In Tschauners Kosmos wird das Erleben der naturhaften Prozesse eingebunden in eine Sprache, die sich ihrer kulturellen Wurzeln bewusst ist. Dichtung und Musik spielen nicht nur bei den Themen und im Produktionsprozess eine Rolle, sie fließen auch unmittelbar in die Struktur der Bilder ein. Immer wieder finden sich Schrift und ganze Texte in den Bildkörper eingebunden. Sie tauchen aus der Tiefe des Bildraumes auf oder überziehen als bildkonstituierende Struktur die Fläche. Gerade wenn Tschauner Leinwände zu Büchern zusammenfasst, drückt sich schon in der Form die enge Beziehung zur literarischen Tradition aus. Die Musikalität scheint bestimmend für eine ungeheuere emotionale Bandbreite in der Linienführung wie der Farbigkeit zwischen ganz zarten, verhaltenen Tönen und einer vielstimmigkräftigen Orchestrierung. Es ist die Verbindung zu dem nie zur Ruhe kommenden Rhythmus des Lebens, den das Schaffen Gisela Tschauners vorantreibt.


GISELA TSCHAUNER
Biografie und Ausstellungen (Auswahl)


1939 in Schlesien geboren
1960-1963    Studium der Pädagogik, Bonn; Lehrtätigkeit
1981-1982 Studium der Freien Kunst, FH Köln
Seit 1982 Ausstellungstätigkeit
1986 VIII. Internationale Grafik-Triennale Frechen
1987 1. Rheinkunsttriennale Frechen
1989 Rathaus Frechen
1990 IX. Internationale Grafik-Triennale Frechen
1993 Galerie H. M. Theißen am Ludwig-Forum, Aachen
“Das Recht, ein Mensch zu sein”
Amnesty International (Gruppe 1604)
1995 Ausstellung in der Stadtbücherei Köln-Ehrenfeld
Retrospektive
“30 Jahre Künstler im Kunstverein Frechen e.V.”
1996 XI. Internationale Grafik-Triennale Frechen
1999 XII. Internationale Grafik-Triennale Frechen
2000 Einzelausstellung Kirche Horrem
“Freude in der Dunkelheit” (Hommage à Bach)
Jahresgaben Kunstverein Frechen e.V.
2001 Inter Art Galerie Reich, Köln
“Kunst ohne Grenzen” Winterausstellung
2002 Einzelausstellung Christuskirche Königsdorf
“Babylon” (Grafiken)
2003 Michaeliskirche, Eberbach/Neckar
2004 Kulturzentrum Kapfenberg, Österreich
Grube Carl, Frechen
2005 Kloster Knechtsteden “Stille“, Dormagen
Forum Wasserturm “Der andere Blick“, Meerbusch
2006 Handwerkskammer Düsseldorf “Scharf am Ball“
2007 Domäne Schloß Brake “Verschärft“, Lemgo
2008 5. Editionale Köln
GEDOK “Farbe bekennen“ OLG Köln
Galerie Kunsthandel Pia Esch-Renner, Frechen
“SCHRIFTKUNST“
2009 Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
10 Jahre Editionale

XV. DEUTSCHE INTERNATIONALE GRAFIK-TRIENNALE FRECHEN 2008

XV. DEUTSCHE INTERNATIONALE GRAFIK-TRIENNALE FRECHEN 2008



DER LAUFENDE HUND
Mitglieder des Frechener Kunstvereins stellen aus

Der laufende Hund
Download Poster (PDF)

Ausstellungsdauer:
17. Februar - 09. März 2008
Eröffnung:
Sonntag, 17. Februar 2008, 15 Uhr
Grußwort der Stadt Frechen:
Jürgen Uttecht, Beigeordneter der Stadt Frechen
Begrüßung:
Helmut Kesberg, 1. Vorsitzender des Kunstverein zu Frechen e.V.
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag 15 -18 Uhr,
Eintritt frei
Ort:
Grube Carl - Alte Werkstatt, Von-Klespe-Str. 1, Frechen
Zufahrt über alte Landstraße, ehemals Rosenhügel
Eine Wegbeschreibung finden Sie hier.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Kunstverein zu Frechen e.V. statt.
Wir danken der Stadtentwicklungsgesellschaft Frechen mbH für die freundliche Unterstützung.

Teilnehmerliste "DER LAUFENDE HUND"

Reinhard Adam, Pulheim - Malerei
Angelika Ahrens, Frechen - Malerei
Anne Bölling-Ahrens, Frechen - Holzschnitt
Uschca Calles, Frechen - Tonmontage
Edith Dahm, Frechen - Collage
Utta Decker, Frechen - Zeichnung
Nathaly Deges, Frechen - Malerei
Dietrun Heide Diels, Frechen - Keramik
Dr. Johannes Ewers, Pulheim - Materialbild
Monika Gimborn-Jochum, Köln - Objekte
Olaf Höhnen, Frechen - Skulptur
Annette Jach, Frechen - Malerei, Zeichnung
Brigitte Kempers, Köln - Fotografie
Helmut Kesberg, Köln - Holzschnitt
Angelika Kissing, Frechen - Keramik
Michael Krüger, Frechen - Malerei
Sabine Krüger, Frechen - Malerei
Virginia Linnemann, Köln - Objekte
Leopold Peer, Bedurg - Malerei, Skulptur
Anneli Peske, Pulheim - Malerei, Skulptur
Sabine Puschmann-Diegel, Frechen - Keramik
Jonas Reinecke, Pulheim - Fotografie
Klaus Reinecke, Pulheim - Malerei
Roswitha Ritterbach, Frechen - Objekt
Mechthild Roth-Reinecke, Pulheim - Fotografie
Ingrid Scheller, Köln - Plastik
Marieluise Schmitz-Helbig, Frechen - Skulptur
Angelika Schneeberger, Köln - Malerei
Theresia Schüppel, Frechen - Malerei
Maria Segschneider, Frechen - Malerei
Karola Stix, Frechen - Malerei
Gisela Tschauner, Frechen - Leinwandbücher
Elisabeth Vix, Frechen - Keramik
Elizabeth Weckes, Frechen - Malerei
Barbara Wegner, Köln - Malerei
Veronika Wiesner, Frechen - Malerei
Bele Wolf-Calles, Frechen - Objekte
Elena Zibler, Frechen - Malerei

38 Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre höchst unterschiedlichen Arbeiten in einer Ausstellung mit dem leicht kryptischen Titel "Der laufende Hund". Der Titel bezieht sich nicht etwa auf ein gemeinsames Thema, sondern auf die Ausstellungskonzeption, die vorsieht, jedem Teilnehmer einen Sockel in den Maßen 50 x 50 cm (Höhe variabel) zur Präsentation seiner Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Der Betrachter sieht sich einem Stelenwald gegenüber und wird sich seinen Weg nach eigenem Gutdünken und persönlichen Vorlieben (immer der Nase nach), zwischen den 38 Sockeln "mäandernd", durch die Ausstellung bahnen. Die andere Gemeinsamkeit der Ausstellenden ist, dass alle im Frechener Kunstverein Mitglied sind. Die Ausstellung bietet mit 38 Positionen einen einmaligen, repräsentativen Einblick in das künstlerische Schaffen der Region. Es ist alles dabei: Malerei, Grafik, Objekt, Skulptur, Keramik, Zeichnung, Fotografie - bekannte Künstler und Neuentdeckungen geben sich ein Stelldichein in dieser umfassenden Schau, mit der sich die Alte Werkstatt als Ausstellungshalle vom Publikum verabschiedet.



SUZANNE BRECHT / BETTINA ZETTELMEIER

Bettina Zettelmeier, Suzanne Brecht

"Von Fußgängern und Fahrzeugen…"
Ausstellung: Suzanne Brecht (Objekte) - Bettina Zettelmeier (Malerei)

Die Ausstellung präsentiert zwei Künstlerinnen aus Köln: die Malerin Bettina Zettelmeier (geb. 1960) und die Bildhauerin Suzanne Brecht (geb. 1954).

Ausstellungsdauer: 19. August - 16. September 2007
Ort: Alte Werkstatt der Grube Carl, Frechen.
Eröffnung: Sonntag, 19. August, 15 Uhr
Grusswort: Jürgen Uttecht, Beigeordneter der Stadt Frechen
Einführung: Sabine Müller, Geschäftsführerin Kunstverein zu Frechen e.V.

Adresse:
Alte Werkstatt der Grube Carl
Von-Klespe-Str. 1,
50226 Frechen
Eine Wegbeschreibung finden Sie hier.

Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag 15 - 18 Uhr,
Montag/Dienstag geschlossen
Eintritt frei.

Bettina Zettelmeier, Suzanne Brecht

Unterschiedliche Gruppen von Passanten, Museumsbesuchern oder Menschen am Strand, die in ihren zufälligen Konstellationen festgehalten werden, bilden den Ausgangspunkt der Kompositionen von Bettina Zettelmeier. Dabei wird durch die weitgehende Auflösung des Farbauftrags die Figur abstrahiert und in eine Bildstruktur eingebunden, die zeitliche und örtliche Bewegungsabläufe ins Malerische überträgt.

Die Konstruktionen von Suzanne Brecht sind allesamt Bewegungsobjekte: der Schwarze und der Weiße Wagen mit ihren dünnen Speichenrädern, beide aus Eisen, Schiefer und Holz…Segel, die mit Kurbeln und Wippen in Gang gesetzt werden…ein käferartiges Fahrzeug mit rotierenden Scheiben. Zusätzlich präsentiert die Künstlerin Collagen aus Büchern, die sie in Antiquaren aufstöbert und stellt erstmals ihre 24-teilige Serie "Geschlossene Gesellschaft" vor.

Bettina Zettelmeier
1960: geboren in Bonn
1979 - 1987: Kunststudium an der Kunstakademie Münster
1982 - 1983: Stipendium, Ecole des Beaux-Arts, Avignon
1987: Meisterschülerin bei Prof. H.-J. Kuhna
seit 1992: Tätigkeit am Aloisiuskolleg

Suzanne Brecht
1954: geboren in Köln
1975 - 1982: Kunststudium an der FH Kunst und Design
1981: Preisträger Druckgraphik Leasing AG / Frankfurt
1982 - 1986: Studium am Pratt-Graphics-Center, New York
1986 - 1989: Studium an der Art Students League, New York, NY
1987: Recipient Merit Scholarship - New York, NY
1995: Recipient Full Fellowship Vermont Studio Center - Vermont


LEOPOLD PEER

Leopold Peer

Die Ausstellung mit über 50 Werken des Malers und Grafikers Leopold Peer (geb. 1941) in der wunderschönen Ausstellungshalle "Alte Werkstatt" auf Grube Carl in Frechen ist noch bis zum 17. Juni zu sehen. Der Bedburger Künstler, von dem auch das große Wandbild im Sitzungssaal des Kreishauses in Bergheim stammt, wurde 1987 mit dem Rheinischen Kunstpreis und 2006 mit dem Kulturpreis des Rhein-Erft-Kreises ausgezeichnet. Die retrospektiv angelegte Ausstellung zeigt das breite Spektrum seiner Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren: Zeichnung, Radierung, Gouache, aber vor allem natürlich Ölmalerei auf Leinwand vom intimen bis zum wandsprengend übergroßen Format. Dem Plastiker Leopold Peer werden die meisten hier zum ersten Mal begegnen.

Welches Material oder welches Sujet - Landschaft, Stillleben, Akte - sich Peer auch vornimmt, immer brilliert er mit einer außerordentlich ausgefeilten, meisterlichen Technik, mit der er einfache Dinge wie Baum, Stein, Muscheln oder ein klassisches Portrait mit einer hyperrealistischen Genauigkeit nachzeichnet, die den Gesamteindruck in die Nähe des Magischen und Surrealen rückt. Peers Stillleben sind nicht einfach nur Stillleben, seine Landschaften nicht einfach nur Landschaften, sondern von einer feinen, rätselhaften Symbolik durchdrungene Metaphern für Schönheit und Vergänglichkeit.

Die Einführungrede von Helmut Kesberg sowie die Preisliste der ausgestellten Werke können als PDF-Dateien heruntergeladen werden.

Ausstellungsdauer: 20. Mai - 17. Juni 2007
Ort: Alte Werkstatt der Grube Carl, Frechen.
Grusswort: Jürgen Uttecht, Beigeordneter der Stadt Frechen
Einführung: Helmut Kesberg, 1. Vorsitzender des Kunstvereins zu Frechen e.V.

Adresse:
Alte Werkstatt der Grube Carl
Von-Klespe-Str. 1,
50226 Frechen
Eine Wegbeschreibung finden Sie hier.

Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag 15 - 18 Uhr,
Montag/Dienstag geschlossen
auch Fronleichnam von 15-18 Uhr geöffnet!
Eintritt frei


KLANGINSTALLATION
ANNEBARBE KAU
27.08. - 24.09.2006

Annebarbe Kau

Anlässlich der Ausstellung flüstern hat Annebarbe Kau eine raumfüllende Klanginstallation entwickelt, die vom Besucher beim Durchschreiten ganz unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Zum Mitspieler wird der Aufführungsort selbst mit seiner außergewöhnlichen akustischen und räumlichen Situation. Die besonderen Bedingungen vor Ort - der starke Hall, der für gewöhnlich eher als störend und irritierend empfunden wird, die langgestreckte Ausdehnung der Halle - werden zu wesentlichen Bestandteilen der Arbeit und ihres Erlebens.

Annebarbe Kau geht es um die Mechanismen unserer Wahrnehmung. Insofern wird dem Sehsinn keine Priorität eingeräumt, sondern die Beteiligung aller Sinne wird vorausgesetzt. Bild und Ton sind gleichwertig. Selbst das für die Klanginstallation notwendige technische Material - Lautsprecher und Kabel - wird nicht nach rein technischen, sondern auch nach optischen Kriterien ausgewählt und arrangiert. Die Tonspur selbst hat viele bildnerische Komponenten. Z.B. können Geräusche räumlich erlebt werden, so dass man sie auf dieser Ebene als Klangzeichnungen im Raum erfassen kann.

Annebarbe Kau - Klanginstallation

Nicht nur weil es sich bei der Tonspur um eine bestimmte, von Annebarbe Kau aufgezeichnete und im Tonstudio bearbeitete, eigens für diese Ausstellung geschaffene Komposition handelt, wird die Klanginstallation in der Alten Werkstatt der ehemaligen Frechener Brikettfabrik einmalig sein und sich an keinem anderen Ort wiederholen lassen. Eine andere räumliche Situation würde das akustische und optische - mit einem Wort sinnliche - Erleben insgesamt verändern.

Parallel findet in einem Nebenraum die Uraufführung des neu entstandenen Videobandes "Pool" statt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Objekte und Papierarbeiten.

Zur Finissage am 24. September erscheint eine 20-seitige Dokumentation.

ANNEBARBE KAU
geboren 1958 in Ratingen.
Lebt und arbeitet in Köln.

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

1999     Stadt Kunst Bonn, Beitrag des Kunstmuseum Bonn
Exit, Videotapes, Chisenhale Gallery, London
Hallo, Galerie Gabriele Rivet, Köln (E)
Kabinett der Kunsthalle zu Kiel (E)
2000 Kunstbaden, Kunst im öffentlichen Raum, Wiesbaden
Annebarbe Kau, Pat Sweetow Gallery, San Francisco (E)
Artist in Residence Program, Galerie International Art Village Akiyoshidai, Japan (E)
2001 10 Jahre Videokunstförderpreis Bremen
Orange+, Galerie Gabriele Rivet, Köln (E)
2002 Honerather Skulpturensymposion, Eifel
2003 Mit allen Wassern gewaschen, Stadtmuseum Oldenburg
etwas neues, Literaturhaus Köln (E)
2004 Medium Medien, Kunstverein Kunsthalle Lingen
Privatgrün, Fuhrwerkswaage Köln
gerade um die Kurve, Galerie Gabriele Rivet (E)
2005 Rose, Vorgebirgspark Skulptur Köln
Dr. Dormagen-Guffanti-Stipendium Köln (E)
2006 HerderRaumfürKunst, Köln (E)

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen
artothek Köln; Bonner Kunstmuseum; Folkwang-Museum Essen; Goethe-Institut, München; Musée d´Art Contemporain de Montréal, Kanada; Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe u.a.

Eröffnung
Sonntag, 27. August 2006, 15.00 Uhr

Es sprechen
- Helmut Kesberg, 1. Vorsitzender des Kunstvereins zu Frechen e.V.
- Hans-Willi Meier, Bürgermeister der Stadt Frechen
- Lothar Altringer, Rheinisches LandesMuseum Bonn des LVR

Adresse
Alte Werkstatt der Grube Carl
Von-Klespe-Str. 1,
50226 Frechen
Eine Wegbeschreibung finden Sie hier.

Öffnungszeiten
Mittwoch - Sonntag 15 - 18 Uhr, Montag/Dienstag geschlossen
Eintritt frei

Finissage
Sonntag, 24. September 2006, 15.00 - 18.00 Uhr

Dokumentation
Zur Finissage erscheint eine Dokumentation der Ausstellung



AUSSTELLUNG
BRIGITTE REINERT
21.05. - 18.06.2006

Brigitte Reinert
Plakatabb.:
Abendgesesellschaft, 1972
Öl auf Leinwand, 100 x 160 cm

In Malerei und Zeichnung setzt Brigitte Reinert Alltagskonflikte scharf ins Bild und durchleuchtet ihre untergründige Dramatik. Oft sind es scheinbar einfache Szenen - Begegnungen, Gespräche, gemeinsame Mahlzeiten, Festlichkeiten. Die hinter der Harmlosigkeit liegenden Ängste, Sehnsüchte und Enttäuschungen vermitteln sich vor allem dem zweiten, genaueren Blick.

Brigitte Reinerts Werke fesseln den Blick des Betrachters unmittelbar. In den 70er Jahren sind es große Formate, in denen mit souveränem Pinselstrich Gestik und Mimik und die Stofflichkeit der Gegenstände prägnant festgehalten werden. Kleider, Früchte, Blumen versprühen einen verführerischen Reiz. Die Brüchigkeit des schönen Scheins aber wird offenbar etwa im Blickkontakt mit harten, gelangweilten Augen unter schweren Lidern ("Abendgesellschaft", 1972), im stummen Nebeneinander von Herz-Jesu-Bild, Fernseher und Porzellanelefant ("Die Braut", 1971, o. Abb.), in der müden, vielleicht auch abwehrenden oder drohenden Hand an der Stirn ("Selbstporträt in Zornesrot", 1975). Rituale enttarnen sich als Zwänge, Verletzungen drängen an die Oberfläche.

Brigitte Reinert - Selbstporträt
Selbstporträt in Zornesrot, 1975,
Öl auf Leinwand, 80 x 70 cm


In den 80er Jahren ändern sich die künstlerischen Verfahren, nicht aber die Themen. Erreichte Brigitte Reinert bis dahin einen brillanten Realismus oft nach fotografischen Vorlagen, entwickelt sie, angeregt durch Erfahrungen mit bewegten Bildern im Theater und im Fernsehen, eine spontane zeichnerische Arbeitsweise. Sie hält äußere Bewegungen fest und lässt durch Fragmentieren, Verzerren, Überlagern innere Haltungen und Gefühle aufscheinen. Es sind komplexe Gefühle. Manche reichen in die Kindheit zurück, wo soziale Spielregeln unverstanden beobachtet und erlitten werden, andere spiegeln die Widersprüchlichkeit im Verhältnis der Geschlechter oder die nicht einlösbaren Versprechungen der Werbewelt ("Fit bleiben", 1985).

Mit der Technik der Collage, der gezeichneten oder tatsächlich geklebten Verbindung von verschiedenen Bildelementen und Realitätsebenen, erobert Brigitte Reinert für sich ein unerschöpfliches Bild- und Ausdrucksreservoir, das der Surrealismus erstmals für die Kunst fruchtbar machte.

Brigitte Reinert - Fit bleiben      Brigitte Reinert - Puppenspiel
Fit bleiben, 1985
Mischtechnik Collage, 125 x 80 cm
     Puppenspiel, 1999
     Bleistift und Wachskreide auf Papier, 30 x 21 cm

Träume, Erinnerungen, Assoziationen unterlaufen die rationale Bildplanung und verdichten unterschwellige Bedeutungen. Der Titel "Die Gedanken sind frei wie nächtliche Schatten", den Brigitte Reinert dieser Ausstellung gegeben hat, bezieht sich vor allem auf diese assoziative Freiheit ihrer künstlerischen Kombinatorik und die dunklen Seiten des Lebens, die sie damit sichtbar macht. Eine eigenwillige ästhetische Intensität ihrer Arbeit erreicht Brigitte Reinert durch das Ausschneiden von Zeichnungen. Losgelöst von Bildformat und Rahmen bekommen sie eigenständigen Objektcharakter und treten dem Betrachter lebendig und "ungeschützt", wie die Künstlerin sagt, gegenüber.

Bewegung ist auch das wesentliche Moment bei den Zeichnungen vor dem laufenden Fernseher. Blind überträgt die zeichnende Hand Splitter des im Film Gesehenen und befördert zugleich das parallel dazu im Unbewussten ablaufende Geschehen ("Puppenspiel", 1999). Bis heute entstehen solche Blätter von rätselhafter und abgründiger Schönheit, die im Betrachter ein tiefes Echo auslösen.

Text: Dr. Jenny Graf-Bicher

BRIGITTE REINERT
Biografie und Ausstellungen (Auswahl)


1945 in Frechen geboren
1965-67 Studium an den Kölner Werkschulen bei Dieter Kraemer
1967-71 Studium an der Kunstakademie Karlsruhe bei Prof. Klaus Arnold und Prof. Fritz Klemm
1971-79 Lehrtätigkeit im Schuldienst
1972 erste Einzelausstellung, Galerie Art Intermedia, Köln
1973 Mitbegründung einer Ateliergemeinschaft mit Erwachsenenbildung "Dorfschule Meschenich" in Köln-Meschenich, dort mehrere Ausstellungen
1973/74 Beteiligung an der Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes e.V., Berlin
1976 "Zwei Frauen - zwei Generationen"
Doppelausstellung im Haus der VHS, Bergheim
Einzelausstellung, Sandkorn-Galerie, Karlsruhe
1977 "Alltagswirklichkeiten"
Doppelausstellung im Kreishaus, Hürth
Beteiligung an der Bundesausstellung des BBK, Stuttgart
Beteiligung an der Landesausstellung des BBK, Essen-Gruga
1979 "Romantik heute"
Gruppenausstellung, Hahnentorburg, Köln
1982 Beginn der TV-Zeichnungen "Möglichkeiten von Wirklichkeit"
Gruppenausstellung, Künstlerhaus-Galerie, Karlsruhe
1984 "Utopia"
Gruppenausstellung im Frauen-Museum Bonn
1985 "Fahrrad"
Gruppenausstellung, Kunstverein Karlsruhe "Hauptsache, dass die Familie zusammen isst",
Rauminstallation zum Frauenfilmfestival "Feminale" Köln
1986 "König Ubu"
Gruppenausstellung im Theater Kefka, Köln
Einzelausstellung, Städtische Galerie, Wesseling
1986-03 Porträts von Bürgermeistern und Ehrenbürgern für die Stadt Wesseling
seit 1990    Lehr- und Vortragstätigkeit in der Erwachsenenbildung
1994 "Alltagskultur der 50er Jahre"
Leitung des Ausstellungsprojekts im Stadtsaal Frechen
"Zwischen den Welten"
Gruppenausstellung im Kreishaus Bergheim anlässlich der Frauenkulturtage im Rhein-Erft-Kreis
2000 "Annäherung an Mecklenburg"
Einzelausstellung im Fritz-Reuter-Museum Stavenhagen
2001 Jahresgaben, Kunstverein zu Frechen e.V.
2005 Jahresgaben, Kunstverein zu Frechen e.V.

Wir danken für die freundliche Unterstützung:
Stadtentwicklungsgesellschaft Frechen mbH
und Ristorante Pizzeria Bella Italia


XIV. Deutsche Internationale Grafik-Triennale Frechen 2005
28.08. - 09.10.2005
in der Alten Werkstatt der Grube Carl, Alte Landstraße, Frechen

XIV. Deutsche Internationale Grafik-Triennale Frechen 2005

Junge Grafik
Als Quintessenz aus 410 Bewerbungen will die XIV. Deutsche Internationale Grafik-Triennale 2005 mit einer Auswahl von 40 Künstlerinnen und Künstlern aus 11 Ländern (Argentinien, Deutschland, Estland, Finnland, Japan, Mexiko, Norwergen, Österreich, Schweden, Südkorea, USA) einen repräsentativen Eindruck davon vermitteln, was junge Grafik heute auszeichnet

Bei der Grafik-Triennale 2005 wurde erstmalig eine Altersbeschränkung eingeführt. Damit reagieren die Veranstalter, Kunstverein zu Frechen e.V. und die Stadt Frechen, auf die jüngsten Entwicklungen. Nach Jahren der Zurückhaltung lässt sich gerade bei den jungen Künstlerinnen und Künstlern wieder ein wachsendes Interesse an den druckgrafischen Techniken feststellen. Die Grafik ist im Kommen! Gerade weil die Druckgrafik heute weniger als Reproduktionsmedium, sondern als eigenständige Ausdrucksform begriffen wird, wächst ihr künstlerischer Stellenwert. Bevorzugt werden kleine Auflagen, Serien oder Werkgruppen, in denen verschiedene Variationen durchgespielt werden, angeboten. Nicht selten bleibt es trotz der zur Vervielfältigung geeigneten Technik bei einem Unikat. Andererseits werden gerne mehrere Techniken auf ein und demselben Blatt kombiniert.

Der Zugang zur Druckgrafik erschließt sich über ihre experimentelle Bandbreite und ihre sinnlich-haptischen Qualitäten. Gerade dort, wo sich neue Trends und Tendenzen zu allererst bemerkbar machen, an den Akademien und Hochschulen, stoßen die besonderen Eigenschaften der Druckgrafik wieder auf große Aufgeschlossenheit. Die junge Künstlergeneration entdeckt die Grafik neu und vorbehaltlos.

Preisträger
Von der RWE Power AG (1. und 3. Preis) und der Quarzwerke GmbH (2. Preis) wurden drei Preise gestiftet, die anlässlich der Eröffnung am 28.08.2005 überreicht werden.

1. Preis (2.500 €)     Saskia Schultz, geb. 1978, lebt in Stuttgart
2. Preis (1.500 €)     Patrick Niemann, geb. 1976, lebt in Bonn
3. Preis (1.000 €)     Darío Ramírez, geb. 1978, lebt in México City


Die PreisträgerInnen wie auch die Auswahl der Exponate wurden von einer Zulassungsjury ermittelt. Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:

Herbert Eichhorn M.A.    Direktor Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Dr. Jenny Graf-Bicher    Stellv. Vorsitzende Kunstverein Frechen
Professor Bettina van Haaren    Universität Dortmund
Dr. Georg Imdahl    Kölner Stadt-Anzeiger
Professor Udo Scheel    Rektor Kunstakademie Münster

Katalog
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, mit Farbabbildungen sämtlicher Exponate, Biographien der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler und Textbeiträgen zu den Preisträgern, deutsch/englisch, 132 Seiten, 15 € (Mitglieder des Kunstvereins10 € )


2. Frechener Kulturfest im Keramiongarten
Sonntag, 26. Juni 2005, freier Eintritt
Keramion, Bonnstr. 12, Frechen

2. Frechener Kulturfest 2005

Schülerwettbewerb
"Elefanten im Porzellanladen"
Preisverleihung: 26. Juni 2005, 11.30 Uhr
durch den Bürgermeister der Stadt Frechen

Über 230 Frechener Schülerinnen und Schüler haben sich an dem Wettbewerb des Frechener Kunstvereins zum Thema Druckgrafik beteiligt. Während die jüngeren Kinder den guten alten Kartoffeldruck fantasievoll auf Materialien wie Wattestäbchen oder Blätter ausgeweitet haben, üben sich die älteren mit Ausdauer und Geschick an Linolschnitt, Radierung und Co. Die besten Arbeiten werden anlässlich des 2. Frecherner Kulturfestes im Keramion ausgestellt und prämiert. Das Kulturfest bietet darüber hinaus den ganzen Tag lang (11-17 Uhr) ein umfangreiches Programm mit Musik, Kunst, Theater, Film, Chor, Puppentheater, Lesung, Führungen, Kreativangeboten für Kinder und natürlich Essen und Trinken. Keramion, Bonnstr. 12, Frechen.

Für die Stiftung der Preise und Unterstützung darüber hinaus danken wir den Sponsoren:
Juwelier Esch, Farben Moersch, Schmitz "Blumen und mehr", Schuhhaus Nagel, Betten Tjong-Ayong, Spielwaren Carrié, Photo Porst, Rathausbuchhandlung, Juwelier Wallraf, Metzgerei Günter Wallraf, Hirsch Apotheke, "chimpanzoDrome" Kletter- und Boulderhalle, Buresch Busreisen, Bürobedarf Dohmen, CBS-Copyshop, Metzgerei Wiegand, Bäckerei Halver, Café Kremer, Spedition Hinrichs, Teamsport, Eisdiele Café Portofino, "Der Holländer" Obst und Gemüse, Bauhaus GmbH & Co.KG, Bäderbetriebe der Stadt Frechen, Buchhandlung Antiquariat Brauns, Buchbinderei Tilman Brauns.


Kunst auf Carl

Gerda und Peter Nettesheim
Skulptur - Bewegung - Klang


vom 12. September - 10. Oktober 2004
in der Alten Werkstatt der Grube Carl in Frechen.

Eröffnung:
- Sonntag, 12. September 2004, 11 Uhr
Begrüßung:
- Hans-Willi Meier, Bürgermeister der Stadt Frechen
Einführung:
- Helmut Kesberg, 1. Vorsitzender Kunstverein Frechen
Klangperformance:
- Gerda Nettesheim

Zur Ausstellung
Die figurativen, teilweise bemalten Holzskulpturen von Peter Nettesheim und die ebenfalls aus Holz gestalteten, bespielbaren Klangobjekte von Gerda Nettesheim stellen nicht nur untereinander und zum Betrachter, sondern auch zum spannenden Gelände der ehemaligen Brikettfabrik Grube Carl neue Bezüge voller Bewegung und Aktion her.

Gerda Nettesheim

1947 in Troisdorf geboren
1970 Examen in Musik an der Musikhochschule, Köln
Musikwissenschaft, TH Aachen, Uni Köln
1972 Examen in Philosophie an der TH Aachen, Uni Köln; Schuldienst
1980 Examen in Kunst an der Uni Siegen; Kunstgeschichte Uni Siegen;
freischaffende Arbeit
Klangobjekte, Klanginstallationen, Klangperformance, Graphik, Photographie.
Lebt und arbeitet in Köln.


Gerda Nettesheim,
Klanginstallation "stop and go",
Holz, Metallteile

"Meine Klangskulpturen entstehen als Auseinandersetzung in den Bereichen Plastik und Musik. Sie sind veranlasst durch ein Bedürfnis nach elementarer Klangerfahrung und experimenteller Musik. Bei meiner bildhauerischen Arbeit sind die plastisch-räumlichen Konzeptionen und die beabsichtigten Klangqualitäten wesentlich für das endgültige Erscheinungsbild meiner Arbeiten."
Gerda Nettesheim, Katalog "frau vor ort", 2002, Gedok Köln/Bonn

Peter Nettesheim

1945 geboren in Neunkirchen, Siegkreis
1964-65 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Köln
1965-69 Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Karl Bobek
1969 1. Staatsexamen Kunsterziehung
1971-73 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1973-75 Kunsterzieher an Kölner Schulen
1975 Lehrtätigkeit an der Universität GH Siegen, Fachbereich 4
1981 Förderpreis des Kulturkreises im Bund der deutschen Industrie
1983 Förderpreis zum großen Kunstpreis Berlin
Lebt und arbeitet in Köln.

Peter Nettesheim, Bohrer
Peter Nettesheim, Bohrer, 1999, Robinienholz

"Im Zeitalter der bewegten Bilder und der computeranimierten Cyberwelt mit virtuellen, dreidimensionalen menschlichen Figuren überraschen die menschengroßen und teilweise kolorierten Holzfiguren des Künstlers in mehrfacher Hinsicht. Nicht virtuell, sondern real stehen dem Betrachter massive, grob bearbeitete Skulpturen gegenüber, die er nicht auf den ersten flüchtigen Blick als solche identifiziert – als ob da Menschen ganz zufällig ihrem Alltagsgeschäft nachgehen, so scheint es. Erst ein weiterer vergewissender Blick klärt auf, dass es nicht Wesen aus Fleisch und Blut sind, die da posieren, sondern Artefakte, Holzfiguren aus Robinienholz, Pappelholz oder anderen Hölzern."
Emmanuel van Stein, Katalog "Einblicke R(h)einblicke", Historischer Schloßpark Köln-Stammheim, 2002

Öffnungszeiten
Di -Sa 15 -18 Uhr
So 11 -16 Uhr

Anfahrt Grube Carl über die B 264 (Holzstraße), Neuer Weg, Dürener Straße bis zum Kreisel, von dort aus der Beschilderung folgen.

Wir danken für die freundliche Unterstützung
Stadtentwicklungsgesellschaft Frechen mbH
Ristorante La Piazza da'Franco
Bäckerei Café Halver



Kunst auf Carl

Kunst auf Carl
Der Kunstverein zu Frechen e.V. präsentiert Arbeiten aus Frechener Ateliers
vom 07. - 28. März 2004
in der Alten Werkstatt der Grube Carl in Frechen.

Angelika Kissing
Christof Knapp
Roswitha Ritterbach
Ingrid Scheller
Gisela Tschauner

Malerei Skulptur Installation

Eröffnung
Sonntag, 7. März 2004, 11.30 Uhr
Begrüßung
- Hans-Willi Meier, Bürgermeister der Stadt Frechen
- Helmut Kesberg, 1. Vorsitzender Kunstverein Frechen
Einführung
- Dr. Jenny Graf-Bicher, Stellvertretende Vorsitzende Kunstverein Frechen

Öffnungszeiten
Di - Sa 15 - 18 Uhr
So 11 - 16 Uhr

Finissage
Sonntag, 28. März 2004, 11.30 Uhr
Frühschoppen auf Carl
Livemusik mit der Gruppe JAzZoforte aus Düsseldorf

Anfahrt Grube Carl über die B 264 (Holzstraße), nach Überquerung der "Hubert-Prott-Straße" rechts in die Straße "Neuer Weg" bis zum Ende, links in die "Dürener Straße" einbiegen, am Kreisel rechts in die Straße "Zur Grube Carl", dann die 2. Straße wieder rechts ("Zum Bellerhammer"), wieder rechts in die "Alte Landstraße" bis zum Ende fahren, Einfahrt zur "Grube Carl" durch das Tor auf der rechten Seite.

Wir danken für die freundliche Unterstützung
Stadtentwicklungsgesellschaft Frechen mbH
Ratskeller Brauhaus
Bäckerei Café Halver


Zur Ausstellung
Drei Malerinnen, eine Bildhauerin und ein Bildhauer geben einen Eindruck von der aktuellen künstlerischen Produktion in Frechener Ateliers. In der Beschränkung auf fünf Positionen sollen - in der schönen Ausstellungshalle auf Grube Carl, einer restaurierten Industriearchitektur mit großzügigen Raumproportionen und hervorragenden Lichtverhältnissen - optimale Bedingungen für jede einzelne Arbeit geschaffen werden. Eigenständige Charaktere verbinden sich zu einem vielstimmgen Zusammenklang.


Angelika Kissing, geb. 1945 in Bodmann am See
Angelika Kissing hat von 1992-95 bei Prof. Crumbiegel im Fachbereich Keramik Design an der Fachhochschule Krefeld studiert. Sie geht von der geometrischen Form aus, die sie durch Addition, Schichtung, Durchdringung zu abstrakten Skulpturen zusammenfügt. In der Montagetechnik werden unterschiedliche strukturelle Elemente miteinander in Beziehung gesetzt, deren Form, Farbe und haptische Qualität sehr sensibel auf die Veränderungen des Lichts reagieren.

Auf Carl stellt sie drei Werkgruppen vor. Eigens für die Ausstellung entstanden ist eine Reihe komplexer, an Hausformen erinnernde Skulpturen mit einer für Angelika Kissing ganz neuen, intensiven Farbigkeit sowie eine in den Raum aufragende Bodenskulptur, deren rasterartige Vertiefungen dem Spiel von Licht und Schatten eine lebendige Oberfläche bieten.

Angelika Kissing - Haus
Angelika Kissing: Haus, 2004, 30 x 72 x 42 cm, Keramik

Angelika Kissing lebt in Frechen und hat vor kurzem ein eigenes Atelier in der Kölner Straße Nr. 180 in Frechen bezogen (im selben Gebäude, in dem auch Ingrid Scheller und Gisela Tschauner ihre Ateliers haben). Seit einiger Zeit arbeitet sie an der VHS Frechen als Dozentin für Keramik. In Frechen waren bereits 1988 (St. Hildebold, Frechen-Königsdorf), 1996 (Keramikmuseum Frechen) und 2003 (Alt-St.Ulrich, Frechen-Buschbell) Einzelausstellungen von ihr zu sehen.


Christof Knapp, geb. 1973 in Osnabrück
Christof Knapp hat von 1993-99 an der Universität Gesamtschule Siegen Kunst mit dem Schwerpunkt Plastik bei Peter Nettesheim und Professor Sauer studiert. Charakteristisch für seine Arbeiten ist ihre große Mobilität, also die Möglichkeit, die Art ihrer Aufstellung immer wieder zu verändern und mit der Installation unmittelbar auf die räumlichen Gegebenheiten reagieren zu können. Bevorzugtes Material ist Holz, das er mit Hilfe von Maschinen - Kettensäge, Band- oder Kreissäge - bearbeitet. Bei der Arbeit "Holzmeer" (2003) tragen Farbigkeit und Struktur des Pappelholzes wesentlich zur Wirkung bei; bei der anderen großen Installation in der Ausstellung wird dagegen eine signalhafte farbige Bemalung vorgenommen, die den objekthaften Charakter der Einzelelemente betont.

Christof Knapp - Holzmeer
Christof Knapp: Holzmeer, 2003, Pappelholz, variable Außenmaße,
Höhe ca. 25 cm

Christof Knapp lebt und arbeitet in Frechen und gehört seit 2003 dem Vorstand des Kunstvereins Frechen an. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1999 in der Städtischen Galerie Haus Seel, Siegen. 2003 machte er in der Gruppenausstellung "Raumkontakt" in den Kunstwerken e.V. in Köln-Deutz auf sich aufmerksam.
Homepage: www.knapp-kunst.de


Roswitha Ritterbach, geb. 1941 in Frechen
Roswitha Ritterbach hat von 1962-65 Pädagogik und Kunsterziehung in Köln studiert. Jürgen Kisters schreibt im Kölner Stadt-Anzeiger zur Ausstellung in der Galerie Tam Ueckermann: "Reduziert auf Schwarz und Weiß und die dazwischen liegenden Nuancen von Grau, vertraut die Künstlerin auf die Gewißheit, dass die Einfachheit der Mittel die künstlerische Konzentration mehr fordert und fördert als alles andere. (...) Roswitha Ritterbach tastet sich wechselnd ruhig oder aufgeregt, vorsichtig oder unbändig durch die vielen Möglichkeiten, die mit Pinsel und Tusche auf Papier zu entfalten sind. (...) Die Blätter wirken tief und verschlossen wie die Nacht oder weit und offen wie ein heller Tag. Sie erscheinen flattrig wie schwarze Vögel am Himmel, heimtückisch wie wässrige Rinnsale oder rätselhaft wie schwankende Äste im Wind." (09.03.99)

Roswitha Ritterbach - Ohne Titel
Roswitha Ritterbach, Ohne Titel, 2003,
Tusche auf Papier

Roswitha Ritterbach lebt und arbeitet in Frechen. 2003 zeigte sie eine umfassende Schau ihrer Arbeiten im Wissenschaftszentrum Bonn, außerdem hat sie mit einer Installation an der Ausstellung "Das Wort" in der Katholischen Kirche Christus König in Horrem teilgenommen.


Ingrid Scheller, geb. 1949 in Oberhausen
Ingrid Scheller hat 1991-95 an der Folkwang-Hochschule Essen Malerei bei Laszlo Lakner studiert; 1991-97 Studium der Malerei und Aktionskunst bei Hermann Nitsch. Über ihre Arbeit sagt sie: "Meine Malerei lässt sich vergleichen mit der Balance des Artisten auf dem Hochseil, für den es physisch überlebenswichtig ist, Gleichgewicht zu halten. Zu diesem Akt gehört eine enorme Konzentration - die gleichzeitig aber auch eine besondere Art der Entspannung ist, Selbst-Vergessenheit im Tun." Hanna Styrie schreibt in der Kölnischen Rundschau: "Im In- und Ausland hat sie sich einen Namen gemacht, und ihre dynamisch-energetischen Farblandschaften waren schon im Europa-Rat in Straßburg und im Düsseldorfer Landtag zu sehen. (...) 'Ich brauche Schnelligkeit', erzählt Ingrid Scheller, die bisweilen sogar beidhändig und mit weitaus schwingenden Bewegungen malt - ein Prozess, der jede Menge Energie verschlingt." (20.11.02)

Ingrid Scheller - Ohne Titel
Ingrid Scheller: O.T. Nr. 245/2003, Acryl auf Metallpack auf Leinwand,
240 x 420 cm (3-teilig)

Ingrid Scheller lebt in Köln. Seit drei Jahren hat sie ihr Atelier in der Kölner Str. 180 in Frechen. Sie ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler und Bundesfachbeirätin der GEDOK-Deutschland.
Homepage: www.koelnlink.de/Ingridscheller sowie www.kunstwelt-online.de


Gisela Tschauner, geb. 1939 in Schlesien
Gisela Tschauner hat von 1960-63 an der Pädagogischen Hochschule Bonn und von 1981-82 Freie Kunst an der FH Köln bei Prof. Kohlscheen-Richter studiert. "Gisela Tschauners Malerei entsteht aus der unablässigen Auseinandersetzung mit lebendigen Strukturen, Prozessen und Erfahrungen, für die bildliche Äqualente gefunden werden. Bewegung ist daher das vorherrschende Element in ihren Arbeiten. Die den verschiedenen Farben und Materialien innewohnende Bewegung und die Bewegungsspuren der malerischen Aktion selbst verbinden sich zu vielschichtigen, pulsierenden Kompositionen. (...) So farbig, vielgestaltig und komplex die Arbeiten sind, sie zeugen zumeist von einem Malakt, an dessen Beginn das Schwarz, an dessen Ende das Weiß steht. Zwischen diesen Polen spielt sich der kreative Prozess in der Zeit ab." (Jenny Graf-Bicher im Katalog Gisela Tschauner, Malerei 2001-2002)

Gisela Tschauner - Pflanzen 04/1
Gisela Tschauner: Pflanzen 04/1, Acryl, Öl, Kreide auf Leinwand,
140 x 260 cm (2-teilig)

Gisela Tschauner lebt und arbeitet in Frechen. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen, u.a. GEDOK Köln (2001), Werkstatt Galerie Tam Ueckermann Köln (2003), Evang. Kirche Frechen und Evang. Christuskirche Frechen-Königsdorf im Rahmen des Ausstellungsprojektes "Das Wort" (2003).
Internet: www.inter-art.de