XVII. DEUTSCHE INTERNATIONALE GRAFIK-TRIENNALE FRECHEN
XVII th GERMAN INTERNATIONAL EXIBITION OF GRAPHIC ART
07.09. - 05.10.2014
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Einladung

Poster


 

Ansprache zur Eröffnung der XVII. Grafik-Triennale Frechen am So., 7.9. 2014

Begrüßung ,
Auch die XVII. Deutsche internationale Grafik-Triennale Frechen ermöglicht Ihnen einen einzigartigen Einblick in die vielfältige Welt aktueller Druckgrafik: in das große Spektrum an Themen, künstlerischen Ideen und in die noch größer gewordene Zahl an druckkünstlerischen Verfahren.
300 Bewerbungen zeugen von der hohen Aufmerksamkeit, die der Grafik-Triennale Frechen entgegengebracht wird. Nach einer Vorauswahl durch Vorstandsmitglieder des Kunstvereins wurden 132 Bewerberinnen und Bewerber aufgefordert, ihre Originale zur Begutachtung durch die Fachjury einzureichen. Die Fachjury wählte über 100 Werke von 50 Künstlerinnen und Künstler aus 16 Ländern für die Ausstellung aus.  Darunter sind bereits arrivierte Personen, aber auch viele neue, die noch als Studenten oder Meisterschüler an den Kunstakademien arbeiten. Damit wird die Grafik-Triennale Frechen zu einem lebendigen Forum »junger Kunst« und gibt Einblick in das Laboratorium künstlerischer Druckgrafik.
Der Kunstverein ist für diese Ausstellung vielen zu Dank verpflichtet. Den Künstlerinnen und Künstlern, die uns ihre empfindlichen Werke vertrauensvoll zukommen ließen. Der Fachjury für ihre Auswahlentscheidungen. Der Stadt Frechen, die als Kooperationspartner des Kunstvereins diese Ausstellung seit über 40 Jahren unterstützt und uns den Stadtsaal als Veranstaltungsort überlässt. Zu danken ist den öffentlichen und privaten Sponsoren, ohne die das Großprojekt nicht realisierbar wäre. Hervorgehoben sind hier zu nennen nach der Stadt Frechen: der Landschaftsverband Rheinland, die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln, die Kultur- und Sozial- Stiftung der Provinzial Rheinland, die Gasversorgungsgesellschaft Rheinerft. Wir danken den Preisstiftern, die ich später noch nennen werde.  Ebenfalls danken wir der Schloemer Gruppe Düren für den wiederum exzellenten Druck des Kataloges. Wir danken allen weiteren Sponsoren, nicht zuletzt auch vielen Frechener Bürgern und Mitgliedern des Kunstvereins.  Besonders verbunden bin ich meinen Vorstandsmitgliedern und den ehrenamtlichen Helfern, die diese Ausstellung mit ihrer Tatkraft unterstützt haben.
Am letzten Dienstagabend war die Ausstellung fertig gehängt,  wieder von Wolfgang Lüttgens, der auch die Ausstellungsarchitektur entworfen hat, mit überraschenden Blickachsen und den Möglichkeiten, die Grafiken auch aus einem wohltuenden Abstand zu betrachten, zusammen mit seiner Kollegin Ulla Bönnen, beide sensible Künstler,  und auch sie haben sich  unseren Dank verdient.
Erlauben Sie mir ein paar einführende Worte zu der Ausstellung.  Meine Liebe zur Grafik begann im Atelier des Vaters,  meine Sammeltätigkeit in der Studentenzeit.  Als ich 1978 als Junglehrer nach Frechen kam, fand da gerade die 5. Grafik- damals "Biennale" statt. Mitten in der Blütezeit der internationalen Grafik und des Grafiksammelns - im Sinne der Demokratisierung der Kunst konnten sich das auch Studenten und Junglehrer leisten - fand ich in Frechen einen üppig gefüllten Blumenkorb vor.
1978 gab es  keine Bewerbungen, sondern nur gezielte Einladungen, 1250 Grafiken wurden juriert,  daraufhin wurden 185 Künstler aus 35 Nationen mit 376 Arbeiten ausgestellt.  1980 führte dann ein zweistufiges Jurierungsverfahren zu  431 Arbeiten von 241 Künstlern aus 41 Ländern. Wenn ich die früheren Ausstellungen vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse und dann noch einmal durch die jetzige Ausstellung schlendere - ich werde es gerne gleich mit Ihnen zusammen tun - , dann fallen schon ein paar Entwicklungen in Themen und Technik ins Auge. 
Eines aber ist gleich geblieben: In fast allen Katalogeinführungen wurde die Frage nach dem "Für wen" und dem "Wohin" der Druckgrafik thematisiert.  Nicht aus mangelndem Selbstbewusstsein, sondern weil offenbar die Grafik sensibler als andere Sparten auf die gesellschaftlichen, politischen und technischen Veränderungsprozesse reagiert.
Auch heute wird wieder nach der Position dieser künstlerischen Produktionsgattung  gefragt.  Warum? Die Fotografie hatte der Grafik schon vor 150 Jahren die wirtschaftlich lukrative Aufgabe abgenommen, Wirklichkeit und auch Kunstwerke zu reproduzieren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.  Offset- und Rotationsdruck, dann Fernsehen und Internet, kurz: die immer neuen "neuen Medien" nahmen dann  der Grafik auch noch die  noch die gesellschaftliche Funktion weg, schnell über Geschehnisse zu informieren, mal reportagehaft, mal aufklärerisch-agitatorisch.  Dieser Verlust war ein Glücksfall für die Druckgrafik.  Sie konnte sich, von den dienenden Aufgaben befreit,  ganz auf die freie künstlerische Gestaltung konzentrieren. 
Die Frage "Druckgrafik wohin?" meint aber noch etwas anderes.  Wir bekamen von etlichen Bewerbern Blättern zugeschickt, als Technik war meist "Inkjet" oder "Pigmentdruck" angegeben,  durchaus ausdrucksstarke Bilder,  deren Produktionsverfahren sich als gekonnte Anwendung von Bildbearbeitungsprogrammen erwies. Computergesteuerte Drucker ermöglichen brillante Abzüge, sogar auf Bütten.  Aber wo beginnt jenseits der technischen Brillanz der originelle künstlerische Ausdruck? Bei näherem Hinsehen stellte sich uns oft die Frage nach dem künstlerischen Mehrwert. Was wurde an absichtsvoller künstlerischer Formung dem vorgefundenen Stück Wirklichkeit oder Fotografieelement hinzugefügt?
Die Medienrevolution  bringt Schlag auf Schlag technische Innovationen mit sich.  Das erschließt auch der Grafik immer neue Wiedergabetechniken. Das muss nicht als Bedrohung der traditionellen Drucktechniken, sondern kann eher als deren Bereicherung empfunden werden. Die frühere Konkurrenz zwischen Druckgrafik und Fotografie ist längst einem unbefangenen gleichzeitigen Gebrauch beider und mehrerer Verfahren gewichen, einem munteren Crossover.
Was ist Druck, wenn kein Druckstock mehr da ist, was ist noch ein Originalabzug?  Früher forderten manche Ausstellungsorganisatoren, eine gewisse Zahl gleicher Abzüge nachzuweisen, als Beweis, dass es sich um Druckgrafik handele.  Das gibt es schon lange nicht mehr. Der Trend geht immer mehr zur ganz kleinen Auflage, oder, wenn es sich um Mischtechniken in Verbindung mit Zeichnung handelt, zum Unikat.
Man bedient sich heute so unbefangen wie ausgiebig  verschiedener Techniken gleichzeitig,  nutzt die Fotografie nicht nur als Hilfsmittel.  Fotografie wurde  ja schon verstärkt seit der Pop Art  zum Ausgangsmaterial für Hochdrucke, Tiefdrucke, Siebdrucke.  In den letzten 20 Jahren haben sich aus dem Zusammentreffen von fotografischen mit traditionellen Druckverfahren weitere Mischformen entwickelt, die  ganz neue Ausdrucksformen ermöglichen, und den Betrachter, selbst den versiertesten,  oft genug vor das Rätsel stellen: Wie ist das gemacht?  Die Frage, ob ein bestimmtes Werk Druckgrafik ist, die in mancher Jurysitzung aufkam, könnte also bald nur noch eine akademische sein, denn die muntere Welt der jungen Produzenten schert sich nicht um Gattungsgrenzen. Da gibt es ein Kreuz und Quer von Druck und Film,  da druckt man auf  unterschiedlichste Materialien wie Stoff und Plexiglas, zerschneidet aufwendigst erstellte Radierungen und collagiert sie neu.
Wer den Einfluss der "modernen Techniken" beklagt, sollte sich bitte klarmachen dass es solche Herausforderungen in den letzten 150 Jahren mit der Lithographie, dem Siebdruck, den fotochemischen Umdruckverfahren, der Heliogravüre  schon mehrfach gegeben hat.
Die hier gezeigten 105 Grafiken von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus 16 Ländern lassen in ihrer Vielfalt, hinsichtlich der künstlerischen Ideen, des Ausdrucks und der handwerklichen Techniken,  keinen Gedanken daran aufkommen, dass es sich um eine überholte Kunstgattung handeln würde.  Wer die Grafikvernissagen in deren Zentren besucht, kann sich davon überzeugen, dass es sich um eine überraschend junge Szene handelt. 
Aber : Malerei findet man überall, die Grafik konzentriert sich dagegen - im Westen - auf  einige wichtige Zentren, ein halbes Dutzend in Deutschland: Dortmund, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, aber mit Schwerpunkt im Osten: Halle, Leipzig, Dresden, auch Berlin ist im Kommen - 13 der ausgestellten Künstler kommen aus den vier letztgenannten Städten. In Polen gibt es ein dichteres Netz von grafischen Ausstellungsplattformen, was den Akademien als Stätten der Vermittlung des handwerklichen Wissens zu verdanken ist.  Hier zieht die Grafik ein breites Publikum an, in den baltischen Staaten sowie in den Ländern des Balkans. Ist die Druckgrafik auf dem Wege zu einer Nischenkunst für Insider, die sich in Netzwerken zusammenschließen und die ihr spezifisches Kennerpublikum anziehen? 
Ein Grund dafür mag sein, dass die Sperrigkeit der "alten Techniken" einen  mühevollen Weg bis zur handwerklichen Souveränität erfordert.  Und bei den "klassischen Techniken" ist der Herstellungsprozess nicht nur zeitraubend, sondern er erfordert auch eine wohlausgerüstete Werkstatt. Wer an das wochenlange Aufrauhen der Kupferplatte mit dem Mezzotinto-Wiegemesser denkt, um erstmal einen samtigen Schwarzton zu erzeugen, der stimmt der Einschätzung gerne zu, dass die klassische Druckgrafik ein unzeitgemäßes Bekenntnis zur Entschleunigung darstellt. Wer mal im Film gesehen hat, wie Franz Gertsch wochenlang mit dem Grabstichel kleinste Löcher aus seiner fünf Quadratmeter großen Lindenholzplatte heraushob, fühlt sich an die alten Darstellungen der Kupferstecher erinnert, einsam wie Dürers "Hieronymus im Gehäuse".  Manche mögen sich fragen,  warum sich ein junger Künstler diesen Mühen unterzieht, von Säuredämpfen und Lösungsmitteln ganz zu schweigen.  Um ein paar Drucke einer nur mehr kleinen Auflage herzustellen, wo doch die Revolutionen in Bildbearbeitung, Druckvorbereitung und im maschinellen Druck ähnlich anmutende Ergebnisse in viel geringerer Zeit ausspucken. Ich muss mich korrigieren. Nicht einmal "ähnlich anmutend". Dem satten Schwarz einer handgedruckten Mezzotinto oder Aquatinta-Platte kommt kein Maschinen- oder Digitaldruck gleich. 
Nicht nur Fleiß ist da nötig, sondern geradezu eine Besessenheit, sich diesem Medium und seinen Werkzeugen zu verschreiben. Aber der Duft der Druckfarbe und  das samtige Schwarz des ersten Abdrucks entschädigen für alles. Und am Ende muss selbst das Schwerste ganz leicht aussehen,  wie in der Musik oder beim Ballett.
Ein Rundgang durch diese Ausstellung - nur wenige Minuten trennen Sie davon -  zeigt:  fast unübersehbar ist die  Vielfalt von formalen und inhaltlichen Konzepten. Es ist kaum möglich, Trends daraus herauszudestillieren.
Noch vor einigen Jahren konnte man eine polnische Grafik von weitem von einer mexikanischen unterscheiden.  Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Die Globalisierung im Internetzeitalter bewirkt, dass jeder überall alles sehen kann, was die Kollegen produzieren. Hat das nun zum Ergebnis, dass sich Themen und Stile weiter internationalisieren?  Grundsätzlich ja. 
Neben dem World Wide Web sind es die an Zahl zunehmenden Artist-in-Residence-Programme und die als Austauschplattformen genutzten internationalen Biennalen, welche Künstlern Positionen anderer Länder nahebringen. Mehrere unserer deutschen Aussteller arbeiteten längere Zeit im Ausland, einige in China, um die klassischen Techniken zu erlernen, und setzten sich dabei mit  für sie fremden Inhalten und Formensprache auseinander.  Die Netzwerke der Grafik-Community  scheinen mehr noch als in anderen Kunstbereichen eine solche Internationalität hervorzubringen.
Aber es gibt weiter die Auseinandersetzung mit nationalen und regionalen Fragestellungen, mit der landesspezifischen politischen und gesellschaftlichen Realität.  Besonders augenfällig ist dies bei den polnischen, ukrainischen, thailändischen, indonesischen, chinesischen Werken, die ausgestellt sind.
Technische Brillanz allein genügt nicht. Diese Jurorenweisheit traf auf manche eingereichten Werke zu, die eine brillante Handhabung traditioneller Techniken aufwiesen. Sie genügt nicht, wenn nicht eine überzeugende künstlerische Idee hinzukommt. Und letztere allein genügt nicht, wenn die Arbeit technisch dürftig ausgeführt ist.
Eine Vielzahl der ausgestellten Arbeiten verbindet beides, sie  bestechen geradezu durch ihre frappierende handwerkliche Souveränität, verbunden mit einer eigenständigen künstlerischen Formensprache. Wer gut ist, ist gefragt. Etliche Künstler sind auf dem weltweiten Biennale-Zirkus unterwegs, sie beschicken ein Dutzend Ausstellungen weltweit jährlich. Auf dem Transportweg von Seoul nach Novosibirsk, von Talinn nach Ljubjana und Gouangzou werden die Arbeiten leider nicht besser.
Unter inhaltlichen Aspekten fällt auf, dass - gottseidank - politisch, wirtschaftlich und sozial relevante Themen nach wie vor thematisiert werden, nicht direkt und offensichtlich, sondern eher verschlüsselt. Von der jüngeren Generation wird die Grafik weniger als Medium einer eindeutigen Botschaft verstanden als vielmehr als  ein Feld, auf dem Erkundung und Durchdringung von Welt, und sei es der biografischen, möglich wird. 
Nun zu den Preisträgern. Das Figurative dominiert. Nicht wenige Künstler arbeiten sich in jahrelang verfolgten Serien in eigene surreale Welten hinein, in denen symbolhaft Bezüge zur gegenwärtigen Wirklichkeit erkennbar sind.  Ein Beispiel dieser Position sind die phantastischen Bauten von Marcin Bialas, dem dritten Preisträger. Der polnische Künstler hat sich mit seiner Radiernadel seit gut zehn Jahren in eine Welt surrealer, phantastischer Bauwerke und Stadtlandschaften eingegraben, die entfernt an die Carceri von Piranesi erinnern. Seine Konstruktionen, wie Gerüste von Hochhäusern oder ins Nichts führende labyrinthische Treppenläufe verweisen auf das Unfertige unserer babylonischen Türme, manche scheinen sich aber schon wieder in Ruinen zu verwandeln.  Wie leben und wohnen wir, wie wollen wir leben und wohnen? Eine sonderbare, eigenständige, wie aus der heutigen Moderne herausgefallene Position, die ihren besonderen Reiz aus der Verbindung von zartesten Plattentönen, kraftvollem Schwarz oder Sepia mit präzisen, aber doch an der Logik vorbeizielenden Linien gewinnt.  Bialas zählt zu der Mehrheit - 28 von 50 - Künstlern, die auf die Anziehungskraft der Farbe Schwarz - in allen tonalen Abwandlungen - vertrauen.
Spielerisch-ironischer Umgang mit erzählerischen Elementen findet sich in vielen Arbeiten.  Inhaltlich heterogene Elemente werden da mit  ganz unterschiedlichen flächigen Formen und lyrischen Linien in spielerischer Weise kombiniert, wie in den biografisch inspirierten Serien  "Grabungen" und "Garten"  der zweiten Preisträgerin Jette Flügge.  Die Zeichnerin und Grafikerin verbindet in ihren Serien verschiedenste Drucktechniken, sie verfügt über einen fleißig erarbeiteten Fundus von locker wie eine Zeichnung geschnittenen Holzstempeln, kombiniert Materialdruck mit  Radiergummidruck, Zeichnung und Filzschreiber und steht damit für eine freie, unbefangene, spielerische Durchdringung unserer Realität, die für eine ganze Reihe jüngerer Künstlerinnen und Künstler typisch ist. Auf dem weitflächig stehengebliebenen Papierweiss treten die unterschiedlichsten Elemente wie schwebend zueinander in Kontakt: ein skeptisch blickender Frauenkopf  mit riesigen Augenklappen aus transparentem Materialdruck, vier von der Decke purzelnde Kaffeehausstühle, eine schwebende Tischdecke ohne einen Tischfuß. Die mit Stempeldruck modular gesetzten Elemente rufen den Gesamteindruck von Mehrdeutigkeit hervor.  Der Betrachter schwebt mit der Künstlerin wie im Traum durch ihre  geheimen Erinnerungsorte.
Aber auch ungegenständliche Formgebung ist wieder im Kommen. Beispielhaft hierfür sind die großformatigen und farbkräftigen Holzschnitte von Richard Helbin aus Düsseldorf,  Träger des ersten Preises,.  Helbin lässt auf seiner Bildfläche nur wenige kurvig gestaltete monochrome, aber in hochdifferenzierten Tönen gedruckte Formen ihr Spiel treiben, die durch  das als Linienschnitt durchscheinende Papierweiss voneinander abgegrenzt sind.  Die suggestive Wirkung der Arbeiten ergibt sich aus der eine Raumtiefe suggerierenden Linienführung und aus dem raffinierten Farbkontrast. Eine kontemplative Stille spricht aus den Arbeiten. Auch sie sind mit ihrem sinnlich-haptischen Reiz kaum abbildbar, woran sich wieder zeigt, dass Druckgrafik mit ihren Qualitäten im Original aus nächster Nähe erfahren werden will.
Auch die mit einer lobenden Erwähnung bedachten Künstler sind in den traditionellen Techniken zu Hause: Nikolaus Faßlrinner mit seinen in der Tianjin-Akademie, China, angefertigten Holzstichen,  Stephanie Marx mit ihren phantastischen, Anatomie und Technik verbindenden Holzschnitten, Gabriela Jolowicz mit ihren überdimensionalen erzählerischen Linolschnitten, Taichi Kodama mit ihren Siebdrucken,  die unter Einbeziehung der Photographie als Hilfsmittel in mehreren Schichten transparenter wasserbasierter Farben gedruckt sind, so dass ein psychedelischer Effekt entsteht.
Die ausgewählten, prämiierten Arbeiten sind kennzeichnend für die Vielfalt von Themen und Techniken, aber auch für die weiter bestehende Geltung traditioneller Techniken, die mit fotografischen und digitalen Hilfsmitteln erweitert werden. Traditionelle und fotografische,  digitale Verfahren wachsen aufeinander zu, verbinden sich zu neuen Methoden in der sich schnell erneuernden Welt der Druckgrafik, die zu einem Kreuzungspunkt verschiedenster Bilderzeugungsverfahren geworden ist. Fotografie, traditionelle Druckverfahren, digitale Bearbeitung, Zeichnung, Collage, Malerei, hier treffen sie alle aufeinander. Eine bessere Zukunftsperspektive für die künstlerische Druckgrafik kann man sich eigentlich nicht wünschen.

PREISVERLEIHUNG
3. PREIS: Marcin Bialas - der Preis wurde gestiftet von der Firma WHITEWALL MEDIA GmbH - Sitz in Frechen, überreicht durch Herrn Jürgen Swoboda.
2. PREIS: Jette Flügge - der Peis wurde gestiftet von der RWE Power AG  und überreicht von Herrn Erik Schöddert.
1. PREIS: Richard Helbin - der Preis wurde gestiftet von der Firma TANDEM Lagerhaus und Kraftverkehr Kunst  - zusammen mit dem Kunstverein - und überreicht von Klaus Hillmann.

MUSIK
Ich lade Sie gerne - nach einem ersten Überblicksrundgang - zu den ausführlicheren Samstagsführungen um 15 Uhr ein oder auch zu den Schulführungen, die vormittags stattfinden - die Termine können Sie im Büro erfragen.  Empfehlen möchte ich Ihnen auch den Besuch unserer Ausstellung mit Schülergrafik. Wir haben auf unsre Ausschreibung über 100 Arbeiten von 12 Klassen und Kursen - Schüler zwischen 8 und 18 Jahren -  und einigen Einzelbewerbern erhalten. Die ausgestellten Arbeiten erfrischen geradezu mit ihrer Originalität und Kreativität.  So, jetzt ist die Ausstellung eröffnet.  

Helmut Kesberg
Kunstverein Frechen, 7.9. 2014

 Ansprache zum Download
 

Bilder zu der Eröffnung der Grafik-Triennale

Katalog zur XVII. Grafik-Triennale

Im Kino und am Meeresgrund

Originelle und lebendige Schülergrafik begeisterte Juroren

 

Liebe Mitglieder des Kunstverein, liebe Kunstinteressenten!

IM RAHMEN UNSERES BEGLEITPROGRAMMS ZUR GRAFIK-TRIENNALE FRECHEN

bieten wir unsere Mitgliedern und allen Kunstinteressierten  die folgenden Sonderveranstaltungen an. Die Werkstattbesuche eignen sich vorzüglich für ein erweitertes Verständnis der Drucktechniken der in der Triennale ausgestellten Grafiken. Sie werden dort sicher auch viele kreative Anregungen bekommen!

SO, 21.9. 2014   WERKSTATTBESUCH KÖLNER GRAPHIK-WERKSTATT

Die Kölner Graphik-Werkstatt, ein 1995 gegründeter Kunstverein, fördert die graphische Kunst durch Aus- und Weiterbildung von kunstinteressierten Menschen. Die Werkstatt und Galerie für Originalgraphik verfügt über mehrere Druckpressen und die komplette Ausstattung für Hochdruck und Tiefdruck. Neben Seminaren für Jugendliche, Kinder und Erwachsene, Wochenend- und Ferienworkshops werden regelmäßig Ausstellungen veranstaltet.

Die Werkstatt wird von Andreas Vietz und Jutta Vollmer geleitet.

Nach einem Rundgang durch Ausstellung und Werkstatt wird den Besuchern die Möglichkeit geboten, eine eigene Kaltnadelradierung, evtl. mit weiteren Bearbeitungstechniken, anzufertigen. In der  Grafik-Triennale zeigen wir übrigens einen Film über die Graphikwerkstatt von Anderas Vietz und Jutta Vollmer.

Ort: Im Sionstal 17 (parallel zur Severinsstraße), Sonntag, 21.9. 2014, 15 Uhr (Zeit: etwa 2 - 3 Stunden). An Ort und Stelle wird eine Materialkostenumlage von 10 Euro erhoben. Begrenzte Teilnehmerzahl (max. 12 Personen), Anmeldung in der Geschäftsstelle des KV erforderlich.

Fr, 26.9. 2014, 17 Uhr   WERKSTATTBESUCH Kunstdruckerei KÄTELHÖN

Seit über 30 Jahren widmet sich Martin Kätelhön in seiner Kunstdruckerei der Produktion künsterischer Druckgrafik in höchster Qualität.  Die Liste seiner Künstler ist beeindruckend. Mit ihm arbeiteten zusammen u.a. Louise Bourgeois, Markus Lüpertz, Peter Doig,  Maria Lassnig, Yoko Ono, Sigmar Polke, Arnulf Rainer.

Im  Rahmen einer Führung durch die Werkstatt werden uns die Druckprozesse erläutert.  Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit können wir auch Künstler bei der Arbeit mit Martin Katelhön zusehen.

Begrenzte Teilnehmerzahl (max. 14 Personen), eigene Anreise. Anmeldung in der Geschäftsstelle des KV erforderlich (dort wird auch der Treffpunkt im Kölner Norden bekanntgegeben).

Anmeldung in unserer Geschäftsstelle: 02234 16967.

Freundliche Grüße

Helmut Kesberg

Kunstverein zu Frechen e.V.

Geschäftszeiten: Di + Do 10-13 Uhr

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